Grönland: Diplomatische Verwicklungen um amerikanische Annexionsdrohungen

Die jüngsten Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren europäischen Verbündeten spitzen sich erneut zu, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Annexionspläne für Grönland bekräftigt hat. Die britische Regierung, vertreten durch Premierminister Keir Starmer, stärkte der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen den Rücken und unterstützt deren Ablehnung von Trumps Forderungen. Starmer betonte deutlich, dass die Zukunft der im Königreich Dänemark verankerten autonomen Insel alleinige Sache Grönlands und Dänemarks ist.
Trump argumentierte, dass Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit benötigt werde, besonders angesichts der russischen und chinesischen Präsenz in den Gewässern um die strategisch bedeutende Insel. Doch Frederiksen konterte mit der Feststellung, dass die USA keinerlei Recht hätten, Teile der dänischen Staatsgemeinschaft zu annektieren.
Die diplomatische Verstimmung heizte sich weiter auf durch einen Social-Media-Beitrag der Ex-Regierungsberaterin Katie Miller. Sie twitterte eine Karte Grönlands in US-Flaggenfarben mit dem Hinweis "BALD". Dieser Beitrag mag die öffentliche Position zusätzlich belastet haben, denn Schweden, Norwegen und Finnland stellten sich umgehend auf die Seite der dänischen Premierministerin. Auch Deutschland und Litauen versicherten Frederiksen ihre Unterstützung gegenüber weiteren Drohungen aus dem Weißen Haus.
Die beteiligten Länder sind NATO-Mitglieder, was die bestehenden Spannungen umso brisanter macht. Das Timing wirkt besonders prekär, da die ersten diplomatischen Verwerfungen nach einem US-Militäreinsatz in Venezuela zu Tage traten und nun durch unverblümte Social-Media-Kommentare hochgepeitscht werden.

