US-Rüstungsindustrie

Trump will Militärausgaben 2027 dramatisch erhöhen

08. Januar 2026, 09:04 Uhr · Quelle: dpa
Donald Trump
Foto: Evan Vucci/AP/dpa
US-Präsident Donald Trump will US-Rüstungs- und Verteidigungsunternehmen erstmal keine Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe erlauben. (Archivfoto)
US-Präsident Trump will die Militärausgaben auf 1,5 Billionen Dollar erhöhen, um die nationale Sicherheit zu gewährleisten.

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump wünscht sich angesichts «sehr sorgenvoller und gefährlicher Zeiten» für das Haushaltsjahr 2027 dramatisch höhere Verteidigungsausgaben. Das Militärbudget solle von derzeit ungefähr 1 Billion US-Dollar auf 1,5 Billionen Dollar (aktuell rund 1,28 Billionen Euro) ansteigen, schrieb Trump auf seiner Plattform auf Truth Social. 

Mit dem höheren Etat werde man ein «Traum-Militär» aufbauen, dass die Sicherheit der USA gewährleisten könne, «egal, wer der Feind ist», so Trump. Für das Haushaltsjahr 2026 sind für Verteidigungsausgaben rund 900 Milliarden Dollar vorgesehen. Es scheint relativ unwahrscheinlich, dass Trump die von ihm gewünschte Erhöhung um fast zwei Drittel im Kongress durchsetzen kann. 

Dort haben Republikaner zwar aktuell in beiden Kammern knappe Mehrheiten, aber längst nicht alle von Trumps Parteifreunden dürften eine solche Erhöhung der Ausgaben befürworten - zumal vor den Zwischenwahlen im November. Dann wird das Repräsentantenhaus neu gewählt und etwa ein Drittel der Sitze im Senat. In jener Parlamentskammer sind zudem häufig 60 Stimmen notwendig, um Gesetze voranzubringen, daher wären republikanische Senatoren auch auf die Zustimmung einiger Demokraten angewiesen.

Trump will Einnahmen aus Zöllen für höhere Militärausgaben nutzen 

Trump behauptete in seinem Post, die höheren Einnahmen aufgrund der von ihm verhängten zusätzlichen Zölle könnten «ganz leicht» für die Erhöhung des Verteidigungsbudgets bezahlen. Gleichzeitig sollten die Einnahmen auch noch dabei helfen, die Staatsschulden abzutragen und allen Amerikanern einen «bedeutenden» Scheck als Bonus auszuschreiben. 

Experten halten Trumps Kalkulation aber eher für Wunschdenken. Das unabhängige Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) etwa erwartete in einer Schätzung vom November aufgrund der höheren Zölle zusätzliche Einnahmen von gut 200 Milliarden Dollar pro Jahr. Eine Analyse der Denkfabrik Bipartisan Policy Center kommt zu dem Schluss, dass die Zoll-Einnahmen 2025 unter Trump im Vergleich zum Vorjahr um knapp 200 Milliarden US-Dollar angestiegen sind.

«Frieden durch Stärke» - Trump setzt auf das Militär 

Trumps zweite Amtszeit ist geprägt von einem Fokus auf das Militär und dem von ihm ausgerufenen Prinzip «Frieden durch Stärke». Das Verteidigungsministerium ließ Trump in «Kriegsministerium» umbenennen, gerne sprechen er und sein «Kriegsminister» Pete Hegseth über die «Kämpfer» des US-Militärs - die Bezeichnung Soldaten scheint ihnen zu harmlos. 

Zuletzt hatte das US-Militär am Wochenende mit einer Kommandoaktion in Caracas den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro gefangengenommen. Er wurde in die USA gebracht, wo er sich in New York wegen angeblicher Drogendelikte vor Gericht verantworten muss. Auch für seinen Wunsch, das zu Dänemark gehörende Grönland den USA einzuverleiben, schließt Trump einen Militäreinsatz nicht aus. 

Trump setzt Rüstungsunternehmen unter Druck

Der Präsident kritisierte zudem eine aus seiner Sicht schleppende Produktion der US-Rüstungsunternehmen. Er will mehr Druck auf die Industrie ausüben und bis auf weiteres Dividendenausschüttungen sowie Aktienrückkäufe verbieten. Die Maßnahmen, über die für gewöhnlich Kapital zu den Aktionären zurückfließt, erfolgten «auf Kosten und zum Nachteil von Investitionen in Produktionsanlagen und Ausrüstung», schrieb Trump in einem weiteren Post auf der Plattform Truth Social. 

Nach seiner Vorstellung sollen Manager solcher Unternehmen zudem nicht mehr als fünf Millionen US-Dollar (rund 4,27 Millionen Euro) pro Jahr verdienen dürfen. So will Trump ein Einlenken bewirken. Zunächst blieb aber unklar, wie der US-Präsident die Verbote durchsetzen möchte und ob er derartige Vorhaben überhaupt in die Tat umsetzen darf. Die Unternehmen der Rüstungsindustrie hängen zwar von staatlichen Aufträgen ab, sind aber nicht weisungsgebundene Privatunternehmen.

Präsident will US-Waffenproduktion ankurbeln

Trump erließ am Mittwoch eine Anordnung, in der es hieß: «Unsere Nation kann nur dann in Frieden leben, wenn wir Stärke bewahren.» Er kritisierte, die Rüstungsindustrie habe in den vergangenen Jahren falsche Prioritäten gesetzt - sie sei verleitet worden, die Renditen für Investoren «über die Bedürfnisse unserer Soldaten zu stellen».

Trump forderte auf Truth Social zudem, dass «neue und moderne» Produktionsanlagen gebaut werden müssten - «sowohl für die Lieferung und Wartung dieser wichtigen Ausrüstung als auch für die Herstellung der neuesten Modelle zukünftiger Militärausrüstung». Sobald die «Probleme» gelöst seien, wolle er Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe wieder genehmigen und die Deckelung von Managergehältern aufheben.

Rüstungsindustrie boomt

Die Nachfrage nach Rüstungsgütern ist zuletzt massiv angestiegen, vor allem aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Auch im Gaza-Krieg und bei den Angriffen auf den Iran im vergangenen Jahr wurden massiv Waffen und Munition aus US-Produktion verbraucht. Viele Rüstungsunternehmen haben sehr volle Auftragsbücher - und Kunden müssen geduldig sein.

Verteidigung / Haushalt / Rüstungsindustrie / USA / Donald Trump / Militärbudget / Zölle
08.01.2026 · 09:04 Uhr
[1 Kommentar]
F-35
Teheran (dpa) - Im Iran gibt es einem Bericht zufolge Luftangriffe in einem Gebiet, in dem sich das vermisste Besatzungsmitglied des abgeschossenen US-Kampfjets befinden soll. Die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim zitierte in der Nacht einen örtlichen Gouverneur, wonach bei Angriffen, die er den USA und Israel zuschrieb, drei […] (00)
vor 10 Minuten
Kelly Osbourne teilte dieses Foto von Kiinicki auf Instagram
(BANG) - Kelly Osbourne hat neue Liebesspekulationen ausgelöst, nachdem sie einige Schnappschüsse in den sozialen Medien geteilt hat. Wenige Wochen nach ihrer Trennung von ihrem Verlobten Sid Wilson veröffentlichte die Reality-TV-Bekanntheit mehrere Instagram-Schnappschüsse von Kiinicki, einer in Los Angeles ansässigen nichtbinären Person, die als […] (00)
vor 17 Stunden
Review: Timekettle W4 Pro AI Interpreter Earbuds im Test
Die Zukunft der Sprachkommunikation ist da! Timekettle W4 Pro AI Interpreter Earbuds 2026 – Mein neuer täglicher Begleiter für Business, Reisen und internationale Gespräche. Nachdem ich die Timekettle W4 Pro AI Interpreter Earbuds 2026 seit Mitte Februar 2026 intensiv im Alltag getestet habe – auf Geschäftsreisen in Spanien und Frankreich, bei mehreren […] (00)
vor 7 Stunden
Ghost Master: Resurrection im Test: Spuken wie früher?
Ghost Master: Resurrection ist ein Remake des Originals aus 2003. Ich habe als Kind das Spiel gesuchtet und es war einfach großartig, die CD besitze ich heute noch. 2021 wurde es dann auch auf Steam veröffentlicht und war ohne Probleme spielbar. Jetzt wurde aber mit Ghost Master: Resurrection eine erweiterte Neuauflage des Spiels veröffentlicht. Es […] (00)
vor 6 Stunden
National Geographic zeigt «Innovation durch Desaster»
Der Sender widmet sich ab Ende Mai den größten technischen Katastrophen und den Lehren daraus. National Geographic nimmt im Mai eine neue Doku-Reihe ins Programm: Innovation durch Desaster feiert am Mittwoch, 27. Mai 2026, um 20.15 Uhr TV-Premiere und läuft fortan mittwochs zur Primetime. Die kanadische Produktion aus dem Jahr 2025 trägt im Original den Titel «Engineering by Catastrophe» und […] (00)
vor 15 Stunden
SC Freiburg - Bayern München
Berlin (dpa) - Der FC Bayern hat sich bei der Generalprobe für den Champions-League-Kracher bei Real Madrid mit einer spektakulären Aufholjagd Selbstvertrauen geholt. Der Rekordmeister aus München kam beim SC Freiburg nach einem 0: 2-Rückstand dank drei später Tore noch zu einem 3: 2 (0: 0). Im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse treten die Bayern, […] (02)
vor 7 Stunden
btc, bitcoin, cryptocurrency, currency, crypto, gold, digital, blockchain, cryptography, 3d
Der Bitcoin-Kurs zeigt bei $66.000 Anzeichen von Unsicherheit und bewegt sich in einer engen, unruhigen Spanne. Die Aufwärtsdynamik lässt nach, und jeder Versuch, höhere Kurse zu erreichen, wird mit schwächerem Nachdruck beantwortet. Unter der Oberfläche bleibt die Liquidität gestapelt, was darauf hindeutet, dass der Markt sich möglicherweise leise auf […] (00)
vor 42 Minuten
Durchhaltevermögen: Die innere Kraft, die über Erfolg entscheidet
Höchst i. Odw., 04.04.2026 (lifePR) - In einer schnelllebigen Welt voller Herausforderungen, Leistungsdruck und ständiger Veränderungen wird Durchhaltevermögen (auch mentale Stärke oder Resilienz) zu einer der wichtigsten Fähigkeiten. Es beschreibt die Fähigkeit, trotz Rückschlägen, Erschöpfung oder Hindernissen an Zielen festzuhalten, Aufgaben mit […] (00)
vor 19 Stunden
 
Ron Prosor
Berlin (dpa) - Der israelische Botschafter Ron Prosor plädiert dafür, Besuche in KZ- […] (01)
Stierkampf in Spanien
Málaga (dpa) - Ein Kampfbulle hat in Spanien einen Mitarbeiter einer Stierkampf-Arena […] (05)
US-Präsident Trump
Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat eine Anordnung unterzeichnet, um die […] (08)
Gregor Kobel (Archiv)
Stuttgart - In der Samstagabendpartie des 28. Bundesliga-Spieltags hat Borussia […] (04)
TSG 1899 Hoffenheim - FSV Mainz 05
Sinsheim (dpa) - Die TSG 1899 Hoffenheim hat auf dem erhofften Weg in die Champions […] (01)
Der Super Mario Galaxy Film bricht Rekorde: Stärkstes Einspielergebnis in den USA am Starttag
Ein roter Overall, ein Schnurrbart und eine ungebrochene Fähigkeit, Kinokassen zum […] (00)
Beatrice Egli
(BANG) - Beatrice Egli erinnert sich an die schwierige Anfangsphase ihrer […] (00)
Geopolitische Herausforderungen meistern In einer von Unsicherheit geprägten […] (00)
 
 
Suchbegriff