Fortschritt im Atomstreit: Iran und IAEA erzielen Übereinkunft
Der jüngste Durchbruch im anhaltenden Konflikt um das iranische Atomprogramm markiert einen bedeutenden Fortschritt. Nach intensiven Verhandlungen in Kairo verkündete der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, eine Übereinkunft mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi über die Wiederaufnahme von Atominspektionen im Iran. Vermittelt durch Ägyptens Spitzendiplomaten Badr Abdel-Atti, wurde ein Rahmen geschaffen, um die Kooperation zwischen dem Iran und der IAEA zu sichern.
Grossi bezeichnete die Einigung als "wichtigen Schritt in die richtige Richtung", betonte jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen, um die getroffenen Vereinbarungen wirkungsvoll umzusetzen. Araghtschi erklärte, dass die neue Vereinbarung sowohl die Sicherheitsbedenken Irans als auch die technischen Anforderungen der IAEA berücksichtige.
Irans Außenminister forderte von der IAEA "Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Professionalität" und warnte davor, dass feindliche Handlungen, einschließlich der Wiedereinführung alter UN-Sanktionen, die Übereinkunft gefährden könnten. Derzeit treiben Deutschland, Frankreich und Großbritannien entsprechende Maßnahmen voran, um Teheran zu Zugeständnissen im Atomstreit zu bewegen.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen Fragen zu rund 400 Kilogramm Uran, die nach IAEA-Angaben fast waffenfähigen Reinheitsgrad erreicht haben. Bisher hat der Iran nicht darüber informiert, wo sich das Material nach den Angriffen auf seine nuklearen Einrichtungen im Juni befindet. Laut westlichen Diplomaten in Wien besteht die Sorge, dass solche Informationen Israel zu weiteren Militärschlägen ermutigen könnten. Der Iran befürchtet eine erneute Eskalation, nachdem Israel im Juni in einer umstrittenen Militäroperation gemeinsam mit den USA zentrale iranische Atomanlagen angegriffen hatte.
Trotz der gegenwärtigen Spannungen weist der Iran die westlichen Befürchtungen zurück, dass sein Atomprogramm auf die Entwicklung von Kernwaffen abzielt. Das Wiener Abkommen von 2015, seinerzeit ein Meilenstein zur Begrenzung des iranischen Nuklearprogramms, liegt seit dem einseitigen Ausstieg der USA unter Präsident Donald Trump brach und wurde faktisch nicht mehr umgesetzt. Der neue Konsens zwischen Iran und IAEA könnte nun als wichtiger Hoffnungsschimmer für diplomatische Bemühungen in dieser verzwickten Angelegenheit dienen.

