Figma strebt Milliarden-Börsengang mit Bewertung von bis zu 16,5 Milliarden Dollar an
Der US-Softwareanbieter Figma bereitet einen der bedeutendsten Tech-Börsengänge des Jahres vor. Das Unternehmen plant, fast 40 Millionen Aktien zum Preis zwischen 25 und 28 Dollar zu platzieren, wie aus aktuellen Börsenunterlagen hervorgeht. Bei einem Preis am oberen Ende der Spanne würde Figma rund eine Milliarde Dollar erlösen und mit etwa 16,5 Milliarden Dollar vollständig verwässert bewertet.
Mit dem Gang an die New York Stock Exchange will Figma nach dem geplatzten Übernahmeversuch durch Adobe im vergangenen Jahr ein neues Kapitel aufschlagen. Die US- und EU-Wettbewerbshüter hatten die 20-Milliarden-Dollar-Offerte blockiert. Figma, gegründet 2012, hat sich auf browserbasierte Design-Software für Apps und Webseiten spezialisiert.
Der Börsengang gilt als Lackmustest für die IPO-Bereitschaft der Investoren gegenüber Venture-Capital-finanzierten Tech-Start-ups. Zu den prominenten Geldgebern von Figma zählen Sequoia Capital, Andreessen Horowitz und Index Ventures. Die Tech-Börsenpipeline war in den vergangenen Jahren angesichts hoher Zinsen und Marktunsicherheiten nahezu versiegt.
Mit der Emission folgt Figma auf Unternehmen wie den Rechenzentrumsbetreiber CoreWeave, dessen Aktienkurs sich seit dem Börsengang im März mehr als verdreifacht hat. Auch Chime wagte zuletzt den Schritt an die Börse, musste jedoch Kursverluste hinnehmen.
Im ersten Quartal dieses Jahres erzielte Figma einen Umsatz von 228 Millionen Dollar bei einem Nettogewinn von 45 Millionen Dollar. Im Gesamtjahr 2023 fiel allerdings ein Verlust von 732 Millionen Dollar an, vor allem aufgrund steuerlicher Effekte durch den Aktienverkauf von Mitarbeitern.
Das Unternehmen kündigte zugleich zwei neue Mitglieder für seinen Verwaltungsrat an: Mike Krieger, Mitgründer von Instagram und heute Produktchef bei Anthropic, sowie Luis von Ahn, Mitgründer von Duolingo.
Figma hält laut Unterlagen rund 70 Millionen Dollar in einem Bitcoin-ETF und plant weitere Allokationen in den kommenden Monaten. Zudem plant das Unternehmen die Ausgabe von sogenannten „Blockchain Common Stocks“.
Firmenchef und Mitgründer Dylan Field wird auch nach dem Börsengang die Kontrolle über Figma behalten, da ihm Super-Stimmrechtsaktien eingeräumt werden. Die Banken Morgan Stanley, Goldman Sachs, Allen & Company sowie JPMorgan begleiten das IPO als Joint Bookrunners.


