Fed-Debatte: Zinswende im Zeitraffer oder behutsamer Rückzug?
Stephen Miran, Mitglied des Board of Governors der US-amerikanischen Federal Reserve, setzt mit seiner jüngsten Forderung nach raschen Zinssenkungen ein markantes Ausrufezeichen. Im Vergleich zu seinen Kollegen im Zentralbankrat vertritt Miran eine besonders aggressive Haltung, was die Anpassung der aktuellen Zinspolitik betrifft.
Miran, ein ehemaliger Trump-Berufener, sieht die derzeitige Bandbreite des Leitzinses von 4% bis 4,25% als weit über dem neutralen Niveau liegend und somit als wirtschaftlich bremsend an. In einem Interview betonte er: "Es ist entscheidend, die Anpassungen schneller vorzunehmen, anstatt abzuwarten. Je restriktiver die Geldpolitik wirkt, desto anfälliger wird die Wirtschaft gegenüber negativen Schocks."
Die Federal Reserve hatte in der letzten Woche eine 0,25-Prozentpunkte Zinssenkung beschlossen, die erste des Jahres 2025. Miran hingegen war enttäuscht, dass seine präferierte Halb-Prozentpunkte-Senkung abgelehnt wurde. Unterdessen verfolgt Fed-Vorsitzender Jerome Powell weiterhin einen vorsichtigen Kurs. Die Stationen der Zinswenden werden von der auch unter Trump hochgehängten Handelspolitik begleitet, die Inflationsrisiken bergen könnte.
Miran plädiert für eine Serie zügiger Zinssenkungen um jeweils 50 Basispunkte, um die geldpolitische Neutralität rasch zu erreichen. Erst im neutralen Fahrwasser angekommen, solle der weitere Kurs bedächtiger gestaltet werden, so seine Überzeugung.

