Investmentweek

Big Short-Legende Michael Burry sieht Aktie vor 60-Prozent-Absturz

19. Februar 2026, 07:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Big Short-Legende Michael Burry sieht Aktie vor 60-Prozent-Absturz
Foto: InvestmentWeek
Droht Palantir der Vernichtungsschlag? Burry wettet gegen den KI-Liebling, während Analysten Kursziele von 180 Dollar verteidigen.
Der Kult-Investor Michael Burry bläst zur Attacke: In einer gnadenlosen Abrechnung beziffert der „Big Short“-Star den fairen Wert von Palantir auf mickrige 46 Dollar. Während die Wall Street noch von KI-Wundern träumt, wettet Burry bereits mit Millionen auf den brutalen Crash des Tech-Lieblings.

Michael Burry, der Mann, der die Immobilienkrise 2008 voraussagte, hat Palantir Technologies als sein nächstes Opfer auserkoren. In einem über 10.000 Wörter umfassenden Essay mit dem provokanten Titel „Palantir's New Clothes“ (Palantirs neue Kleider) zerlegt der Hedgefonds-Manager das Geschäftsmodell des Software-Giganten in seine Einzelteile.

Seine Diagnose ist ein Schock für alle Bullen: Die Aktie sei massiv überbewertet und habe mit der finanziellen Realität nichts mehr zu tun. Nach Burrys knallharter Kalkulation liegt der faire Wert des Papiers bei lediglich 46 Dollar – ein potenzieller Vernichtungsschlag, der einen Kurssturz von über 60 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau bedeuten würde.

Besonders pikant: Burry setzt diesmal nicht nur auf markige Worte. Er hat seine Bären-These bereits mit Geld untermauert und setzt über Optionen massiv auf fallende Kurse. Für den charismatischen Investor ist Palantir kein echtes KI-Unternehmen, sondern eine „beratungsintensive Organisation“, die ihren wahren Personalaufwand hinter einer geschickt aufpolierten Software-Fassade verstecke.

Giftige Kritik an der Bilanz-Kosmetik und dem Milliardärs-Club im Management

Burrys Kritik zielt mitten ins Herz der Unternehmensführung. Er wirft dem Top-Management um Alex Karp eine aggressive Aktienvergütung vor, die den Gewinn der normalen Aktionäre systematisch verwässere. Während die Führungsriege und frühe Investoren im Geld schwimmen, bleibe für den Privatanleger am Ende nur eine astronomisch teure Hülle.

Ein weiterer Vorwurf wiegt schwer: Burry bezichtigt Palantir einer atypischen Kostenverteilung. Ausgaben, die eigentlich dem Vertrieb zuzuordnen wären, würden in der Bilanz unter Forschung und Entwicklung versteckt. Dieser Kniff lasse die Bruttomargen in einem Licht erstrahlen, das der operativen Wahrheit nicht standhalte.

Für den „Big Short“-Star ist die hohe Dichte an Milliardären im Umfeld von Palantir kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Warnsignal für eine gefährliche Blasenbildung. Er sieht ein Muster kollektiver Euphorie, das die rationalen Fundamentaldaten längst hinter sich gelassen hat. In Burrys Welt ist die KI-Plattform AIP „systematisch unzuverlässig“ und weit davon entfernt, die versprochene Revolution einzuläuten.

Analysten-Lager gespalten: 180-Dollar-Kursziele trotzen der Horror-Prognose

Doch wo Schatten ist, ist auch Licht – zumindest wenn man den etablierten Bankhäusern glaubt. Analysten von DA Davidson und Daiwa weisen Burrys Attacken entschieden zurück. Für sie ist Palantir eines der wenigen Unternehmen, das künstliche Intelligenz bereits heute produktiv und wertschöpfend in unternehmenskritische Systeme integriert hat.

Ihre Kursziele liegen bei optimistischen 180 Dollar. Die Begründung: Die US-Nachfrage nach KI-Lösungen sei ungebrochen und Palantir halte ein Innovationstempo bei, das die Konkurrenz erblassen lasse. Auch wenn die Bewertung hoch sei, rechtfertige das enorme Wachstum zumindest einen Teil des Aufschlags.

Die US-Großbank UBS und DA Davidson senkten ihre Ziele zuletzt zwar leicht von über 200 auf 180 Dollar ab, bleiben aber grundsätzlich im Lager der Optimisten. Sie verweisen auf die außergewöhnliche Bruttogewinnmarge von über 80 Prozent und ein beschleunigtes Umsatzwachstum. Es ist ein klassisches Patt-Szenario: Fundamentale Skepsis trifft auf unerschütterlichen Technologie-Glauben.

Charttechnisches Debakel: Das Kopf-Schulter-Muster nährt die Angst der Anleger

Während die Experten streiten, spricht der Chart eine deutlichere Sprache. Die Palantir-Aktie wirkt angeschlagen und hinkt dem Gesamtmarkt seit Jahresbeginn hinterher. Burry hat zudem ein bedrohliches „Kopf-Schulter-Muster“ identifiziert – eine Formation, die unter Chartanalysten als klassisches Signal für das Ende eines Bullenmarktes gilt.

Nach dem jüngsten Rutsch unter die sogenannte Nackenlinie wächst die Panik unter den Tradern. Sollte Burry recht behalten, könnten die nächsten Unterstützungszonen bei 83 oder gar 54 Dollar liegen, bevor die von ihm skizzierte „Landing Area“ bei 46 Dollar erreicht wird. Der Markt scheint sich derzeit eher an der Skepsis der Short-Legende zu orientieren als an den Träumereien der Bullen.

Am Ende bleibt die bittere Erkenntnis: Wenn Michael Burry recht behält, ist der heutige Kurs von Palantir nichts weiter als eine Illusion, die beim nächsten Quartalsbericht wie eine Seifenblase platzen könnte.

An der Börse wird nicht die Gegenwart gehandelt, sondern die Erwartung – und die Erwartung an Palantir ist derzeit so hoch, dass selbst ein kleiner Fehltritt den Absturz ins Bodenlose auslösen kann.

Finanzen / Märkte / Aktien / Michael Burry / Palantir / Überbewertung / KI-Unternehmen
[InvestmentWeek] · 19.02.2026 · 07:00 Uhr
[0 Kommentare]
kostenloses stock foto zu aktienmarkt, anlagestrategien, austausch
Ethereum befindet sich in einer herausfordernden Marktphase, da der Preis trotz eines sich verknappenden Angebots unter anhaltendem Verkaufsdruck steht. Auf den Charts zeigt ETH Schwäche, da es wiederholt an wichtigen Widerstandsniveaus scheitert und die abnehmende Dynamik darauf hindeutet, dass Verkäufer kurzfristig die Kontrolle behalten. Ein […] (00)
vor 1 Stunde
Militärflugzeug des Typs Antonow AN-26
Moskau (dpa) - Beim Absturz eines russischen Militärflugzeugs über der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach Angaben aus Moskau 29 Menschen ums Leben gekommen. Ein Such- und Rettungsteam habe die Absturzstelle gefunden und von sechs getöteten Besatzungsmitgliedern und 23 Passagieren gesprochen, teilte das […] (01)
vor 29 Minuten
Ye alias Kanye West wird an allen drei Tagen des Wireless Festivals 2026 als Headliner auftreten.
(BANG) - Ye alias Kanye West wird an allen drei Tagen des Wireless Festivals 2026 als Headliner auftreten. Das von Pepsi MAX gesponserte Event findet vom 10. bis 12. Juli im Finsbury Park in London statt und markiert den ersten Auftritt des Rappers im Vereinigten Königreich seit mehr als einem Jahrzehnt sowie seinen ersten Headliner-Auftritt in London […] (00)
vor 7 Stunden
Kinder in der digitalen Welt
Paris (dpa) - Auch Frankreichs Senat stimmt für ein Verbot zahlreicher sozialer Medien für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Die Senatoren fordern, dass alle Plattformen, deren Inhalte oder Algorithmen der Selbstentfaltung der Kinder schaden könnten, tabu sind. Eine entsprechende Liste soll vom Ministerium angefertigt werden, heißt es in dem am Abend beschlossenen […] (00)
vor 4 Stunden
Ehemaliger Angestellter: Nintendo erzürnt über Zelda- und Star Fox-Leaks!
Der gewaltige Leak bei Nintendo, welcher die ganze Videospielwelt aufhorchen lies, sorgt gerade überall für Schlagzeilen. Nintendo selber soll äußerst verärgert über diese Enthüllungen sein, denn es könnten damit große Teile der künftigen Releases damit viel zu früh an die Öffentlichkeit gelangt sein. Was die Folgen sein werden, sollten sich die Leaks […] (00)
vor 3 Stunden
«Age of Attraction»: Netflix verlängert Dating-Show um zweite Staffel
Das ungewöhnliche Liebesexperiment geht beim Streamingdienst in die nächste Runde. Netflix hat die Dating-Show Age of Attraction offiziell um eine zweite Staffel verlängert. Das Format, das sich der Frage widmet, ob Alter in der Liebe wirklich eine Rolle spielt, feierte erst im März seine Premiere und schaffte es direkt in die englischsprachigen Top 10 des Streamingdienstes. Moderiert wird die […] (00)
vor 2 Stunden
Bosnien-Herzegowina - Italien
Zenica (dpa) - Das Triple des Scheiterns ist perfekt: Der viermalige Weltmeister Italien hat sich erneut nicht für die Fußball-WM qualifiziert und muss im Sommer beim XXL-Turnier in Nordamerika zuschauen. Das Team von Trainer Gennaro Gattuso verlor trotz Führung mit 1: 4 (1: 1, 1: 1, 1: 0) nach Elfmeterschießen in Bosnien-Herzegowina.  Die Squadra […] (04)
vor 2 Stunden
Forscher untersuchen Eignung als CO2-Speicher
Schlieren, 31.03.2026 (lifePR) - Eignen sich Weinberge als Speicher für Kohlendioxid? Dieser Frage gehen Forscher mit einem Projekt in einem Öko-Weingut in Rheinhessen nach. Ihre Hoffnung: Weinberge könnten dabei helfen, das bundesweite Ziel der CO 2 -Neutralität bis 2050 zu erreichen.  Forscher im Weinberg Das Weingut Sander in Mettenheim in […] (00)
vor 8 Stunden
 
Geheimplan Charg: Wie eine US-Bodenoffensive den globalen Ölmarkt sprengen könnte
Das Pentagon fokussiert sich bei seinen Angriffsplänen auf die zentralen Nervenpunkte […] (00)
Die wachsende Komplexität der Marktdynamik Während sich die globalen Märkte […] (00)
Strategische Partnerschaften treiben Wachstum Die Einführung der 'KPop Demon […] (00)
Eier (Archiv)
Wiesbaden - Die Niederlande bleiben der Hauptlieferant für Eierimporte nach […] (00)
trading, investing, stocks, options, dow, nasdaq, downtown, profit, tesla, bitcoin
Der Bitcoin-Kurs hat eine Erholungswelle über.000 gestartet. BTC konsolidiert […] (00)
Origament findet bald den Weg auf euren PC
Assemble Entertainment veröffentlicht gemeinsam mit Space Sauce Studio und Co- […] (00)
Vorzeichen? Wincent Weiss übernimmt Co-Moderation von «The Voice Kids»
Von außen ließe sich ein potenzieller Zusammenhang zum Ausstieg von Thore Schölermann bei der […] (01)
Deutschland - Ghana
Stuttgart (dpa) - Bundestrainer Julian Nagelsmann hat ebenso wie mehrere Fußball- […] (00)
 
 
Suchbegriff