Fallout 5 von einem anderen Studio? Ehemalige Bethesda-Entwickler halten es für denkbar
Bethesdas Zukunft ist vollgepackt – The Elder Scrolls 6 beansprucht die volle Aufmerksamkeit des Studios, und Fallout 5 rückt dabei immer weiter in die Ferne. Doch was, wenn der nächste große Ausflug in die Ödlande gar nicht aus den Reihen von Bethesda Game Studios kommt? Ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens haben sich zu genau dieser Frage geäußert – und ihre Einschätzungen sind alles andere als gleichgültig.
Jonah Lobe: Auslagerung wäre keine Überraschung
Jonah Lobe, ehemaliger Entwickler bei Bethesda, machte in einer Runde mit anderen Fallout-Veteranen auf dem Kiwi-Talkz-Kanal deutlich, dass er es nicht für abwegig hielte, wenn Fallout 5 von einem externen Studio entwickelt würde. Bethesda selbst sei mit The Elder Scrolls 6 mehr als ausgelastet, und die Erwartungen an diesen Titel seien ohnehin bereits ins Unermessliche gewachsen. Lobe sieht die zunehmende Auslagerung von Projekten als Teil einer natürlichen Entwicklung des Unternehmens, das über die Jahre erheblich gewachsen ist. Kein Vorwurf, keine Kritik – sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme dessen, was in einer immer größer werdenden Spieleorganisation schlicht pragmatisch ist.
Bruce Nesmith: Das Timing mit der Amazon-Serie wäre ideal
Bruce Nesmith, ehemaliger leitender Designer der Fallout-Reihe bei Bethesda, schloss sich Lobes Einschätzung an – und lieferte noch ein weiteres Argument: Ein neues Fallout-Spiel, das erscheint, während Amazons Serienadaption noch läuft oder zumindest in frischer Erinnerung ist, hätte einen enormen Rückenwind. Die Synergie zwischen einem populären Streaming-Titel und einem gleichzeitig erscheinenden Videospiel könnte die Reichweite der Marke auf ein neues Publikum ausdehnen – ein Fenster, das sich nicht ewig offen hält. Nesmith betonte, dass allein dieser Aspekt eine mögliche Auslagerung des Projekts aus seiner Sicht rechtfertigen würde.
Jeff Gerstmann: Bethesda wird die Kernmarken wohl im eigenen Haus halten
Eine andere Perspektive lieferte der Spielejournalist und Giant-Bomb-Gründer Jeff Gerstmann, der in seinem Podcast darlegte, dass Todd Howard und sein Team die Kernfranchises aller Voraussicht nach selbst in der Hand behalten werden. Statt externe Studios zu beauftragen, sei es wahrscheinlicher, dass Bethesda Game Studios die eigene Belegschaft aufstockt, um die nötigen Kapazitäten intern aufzubauen. Interessant ist dabei ein weiteres Detail, das Gerstmann erwähnte: Ein Fallout-Projekt bei einem anderen Microsoft-Studio war offenbar in Entwicklung – wurde jedoch inzwischen eingestellt, ohne je das Licht der Öffentlichkeit erblickt zu haben.
Remakes, Remaster und Howards Haltung dazu
Was Bethesda hingegen bereit ist auszulagern, sind Aufarbeitungen älterer Titel. Das zeigte sich bereits bei The Elder Scrolls 4: Oblivion Remastered, das in Zusammenarbeit mit dem Studio Virtuos entstand. Berichte deuten außerdem darauf hin, dass auch ein Fallout-3-Remaster an ein externes Studio vergeben wurde. Todd Howard selbst hat seine lange skeptische Haltung gegenüber Remasters zwar etwas gelockert, bleibt jedoch erklärter Gegner von vollständigen Remakes. Das Alter eines Spiels sei Teil seiner Identität, seines Charakters und dessen, was es zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung repräsentiert habe – eine Überzeugung, die Howard trotz aller Markttrends beibehält. Ob Fallout 5 letztendlich intern oder extern entsteht, bleibt offen. Die Debatte darüber hat aber gerade erst begonnen.


