Fallout 5 muss warten: Bethesda arbeitet laut Howard an unangekündigten Projekten während ES6 Vorrang hat
Todd Howard, kreatives Aushängeschild von Bethesda, hat sich in einem Interview mit Game Informer zur Zukunft der Fallout-Reihe geäußert, doch seine Worte dürften bei vielen Anhängern gemischte Gefühle auslösen. Während er bestätigte, dass das Studio „andere Dinge mit Fallout macht, die wir noch nicht angekündigt haben“, machte er gleichzeitig deutlich, dass Fallout 5 noch in weiter Ferne liegt. Die Mehrheit von Bethesdas internem Team konzentriert sich gegenwärtig auf The Elder Scrolls 6, was bedeutet, dass das ersehnte nächste Hauptspiel der postapokalyptischen Saga erst nach dessen Veröffentlichung ernsthaft in Angriff genommen werden kann. Howard räumte die „Ängstlichkeit“ der Fans ein – jenes verzweifelte „Was kommt als Nächstes? Füttert mich!“ – versicherte jedoch, dass man an Sachen arbeite und den richtigen Moment abwarte, um besondere Ankündigungen zu inszenieren. Doch was bedeutet diese kryptische Andeutung für eine Franchise, die durch ihre erfolgreiche Serienadaption gerade eine Renaissance erlebt?
Fallout bleibt lebendig, nur nicht so wie erhofft
Howard betonte nachdrücklich, dass Bethesda „niemals aufgehört hat, Fallout zu entwickeln“, und verwies auf Fallout 76, das seit Jahren von einem vollständigen Team betreut wird. Tatsächlich sei Fallout die Franchise, an der momentan „am meisten gearbeitet“ werde – mehr als an jeder anderen Marke des Studios. Diese Aussage klingt zunächst ermutigend, doch die Realität sieht ernüchternd aus: Die kontinuierliche Arbeit bezieht sich primär auf das bereits existierende Live-Service-Angebot, nicht auf ein narratives Einzelspieler-Epos, das die Community ersehnt. Die unangekündigten Projekte, die Howard erwähnte, könnten alles Mögliche sein – von weiteren Inhalten für Fallout 76 über potenzielle Remasters alter Titel bis hin zu kleineren Spin-offs. Quest-Designer Emil Pagliarulo verteidigte die langen Abstände zwischen Hauptveröffentlichungen mit dem Argument, es sei essenziell, ein Spiel zu erschaffen, das „den Fans gibt, was sie lieben“ – eine noble Rechtfertigung für eine Wartezeit, die sich bereits über ein Jahrzehnt erstrecken könnte.
Elder Scrolls 6 blockiert den Weg
Das fundamentale Problem liegt in Bethesdas Ressourcenverteilung: Mit der Mehrheit des internen Teams auf The Elder Scrolls 6 fokussiert, bleibt schlichtweg keine Kapazität für die parallele Entwicklung von Fallout 5. Und da für Elder Scrolls 6 noch nicht einmal ein Veröffentlichungstermin existiert – geschweige denn konkrete Gameplay-Präsentationen –, könnte dessen Launch durchaus noch vier bis fünf Jahre entfernt sein. Anschließend würde Fallout 5 erst in die Hauptproduktion gehen, was einen realistischen Release frühestens für die frühen 2030er Jahre bedeutet. Diese zeitliche Perspektive ist ernüchternd, besonders angesichts der Tatsache, dass Fallout 4 bereits 2015 erschien und Fallout 76 trotz seiner kontinuierlichen Unterstützung nicht das narrative Erlebnis bietet, nach dem sich Serienveteranen sehnen. Die erfolgreiche Prime-Serie hat zwar neue Interessenten angezogen und alte Fans reaktiviert, doch ohne entsprechendes neues Spielmaterial könnte dieser Momentum verpuffen.
Unangekündigte Projekte als Trostpflaster
Howards Andeutung über „andere Dinge“, die sich in Arbeit befinden, könnte verschiedenste Formen annehmen. Spekulationen reichen von einem möglichen Fallout 3 Remaster über ein New Vegas 2 unter der Regie von Obsidian bis hin zu kleineren experimentellen Titeln. Das Studio hat historisch gesehen eine Vorliebe dafür bewiesen, Ankündigungen hinauszuzögern, bis Projekte kurz vor der Vollendung stehen – eine Strategie, die Enttäuschungen vermeidet, aber auch die Geduld der Anhängerschaft strapaziert. Howard betonte, man wolle „besondere Momente für unsere Fans“ schaffen, was impliziert, dass kommende Enthüllungen sorgfältig inszeniert werden, statt überstürzt präsentiert zu werden. Ob diese Vorsicht gerechtfertigt ist oder lediglich übermäßige Risikoaversion darstellt, bleibt Ansichtssache – fest steht jedoch, dass die Community zunehmend ungeduldig wird.


