Todd Howard hat seine Meinung zu Remasters geändert – und das könnte für Fallout 3 entscheidend sein
Todd Howard war jahrelang kein Fan von Remasters – und das sagte er auch offen. Doch irgendetwas hat den Bethesda-Chef umgestimmt, und die Konsequenzen dieser Sinneswandlung könnten für Fans der Fallout-Reihe höchst erfreulich sein. Was Howard nun in einem Interview preisgegeben hat, fügt sich nahtlos in ein Bild, das sich aus mehreren Gerüchten und Hinweisen der vergangenen Monate zusammensetzt – und das immer klarer auf ein bestimmtes Projekt hindeutet.
Von striktem Nein zu aufgeklärmter Offenheit
Lange Zeit stand Howard Remasters ablehnend gegenüber. Seine Haltung war simpel: Ein Spiel ist ein Kind seiner Zeit, es soll laufen – mehr braucht es nicht. Diese Überzeugung hat sich inzwischen gewandelt, wie er in einem Interview mit GamesRadar freimütig zugab. Besonders lobend äußerte er sich dabei über die Abwärtskompatibilitätsfunktionen moderner Xbox-Konsolen, die es ermöglichen, Klassiker wie The Elder Scrolls 3: Morrowind oder Fallout 3 in 4K zu spielen. Für Howard war das die erste Priorität: Sicherzustellen, dass Spieler die Originale in guter Qualität erleben können. Erst danach ergebe ein Remaster wirklich Sinn.
Dass er überhaupt ins Grübeln über Remasters geriet, hatte einen handfesten Grund: Die Idee ließ schlicht nicht locker. Intern kam das Thema immer wieder auf den Tisch, und irgendwann war der Zeitpunkt gekommen, an dem es mehr Sinn ergab, es ernsthaft zu verfolgen als es weiter zu ignorieren. The Elder Scrolls 4: Oblivion Remastered entstand genau aus diesem Prozess heraus – und die Resonanz auf dieses Projekt dürfte Howards Bereitschaft zu weiteren Vorhaben dieser Art nicht gerade gebremst haben.
Fallout 3 Remastered: Gerüchte verdichten sich
Dass ein Remaster von Fallout 3 in Arbeit sein könnte, ist kein ganz neues Gerücht – doch die Indizien häufen sich. Ein Bericht von Tom Warren bei The Verge beschreibt das Projekt als aktiv in Entwicklung, mit dem erklärten Ziel, einen ähnlichen Qualitätsstandard wie Oblivion Remastered zu erreichen. Besonders interessant ist ein Hinweis aus dem Spielzeugbereich: Eine McFarlane-Toys-Produktliste deutete auf eine „Elite Edition“ für Fallout 3 Remastered hin, inklusive einer rund 18 Zentimeter großen T-45B-Rüstungsfigur im Nuka-Cola-Farbschema. Zufälle sehen anders aus.
Mehr als ein Facelift: Das Kampfsystem braucht Aufmerksamkeit
Sollte ein Fallout-3-Remaster tatsächlich kommen, dürfte es kein simples Grafikupdate werden. Ehemaliger Bethesda-Entwickler Bruce Nesmith sprach bereits offen darüber, dass das Gunplay des Originals schlicht nicht überzeugend war – nicht einmal gemessen an den Maßstäben seiner Entstehungszeit. Als reines Rollenspiel-Schussystem funktioniere es zwar irgendwie, doch als vollwertiger Shooter wirkte es stets dünn. Vieles von dem, was Bethesda für Fallout 4 in Sachen Kampfgefühl entwickelt hat, dürfte laut Nesmith bei einem Remaster einfließen – eine Überarbeitung, die das Spiel nicht nur optisch, sondern mechanisch auf zeitgemäßes Niveau heben würde. Das wäre kein Remaster im klassischen Sinne, sondern ein echtes Upgrade.

