Euro unter Druck: US-Zinspolitik bewegt die Devisenmärkte
Die Gemeinschaftswährung Euro geriet am Donnerstag im US-Handel unter Druck, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve am Vorabend eine Reduzierung des Leitzinses verkündet hatte. Dennoch konnte diese Entscheidung dem Dollar keinen nachhaltigen Schub versetzen. Der Euro notierte zuletzt bei 1,1785 US-Dollar, nachdem er am Mittwoch mit 1,1919 US-Dollar kurzzeitig den höchsten Stand seit Juni 2021 erreicht hatte. Der von der Europäischen Zentralbank festgelegte Referenzkurs wurde auf 1,1818 US-Dollar gesenkt, verglichen mit 1,1837 US-Dollar am Vortag.
Die Fed hatte im Rahmen ihrer geldpolitischen Sitzung den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Zielspanne von 4,0 bis 4,25 Prozent reduziert, begleitet von der Bekanntgabe geplanter weiterer Zinssenkungen im laufenden Jahr. Der geldpolitische Rat der Fed entschied sich mit einer Gegenstimme für diese moderate Zinssenkung. Stephen Miran, ein Berater des Weißen Hauses, plädierte hingegen für eine stärkere Senkung um 0,50 Prozentpunkte.
Analysten der Dekabank bewerten das Abstimmungsergebnis als Zeichen der relativen Einheit innerhalb der US-Notenbank. "Die Schwelle für eine beschleunigte Politisierung des geldpolitischen Rats bleibt hoch", kommentierten sie. Fed-Chef Jerome Powell warnte zudem vor weiterhin bestehenden Inflationsgefahren. Vorangegangen war der Zinsentscheidung erneut Druck seitens der US-Exekutive, insbesondere von Präsident Donald Trump, der wiederholt auf tiefere Zinsen gedrängt hatte.
Der Dollar fand zudem Unterstützung durch positive Arbeitsmarktdaten. So sanken die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stärker als erwartet, was einen positiven Indikator für den US-Arbeitsmarkt darstellt. Die Zinssenkung vom Mittwoch wurde von der Fed vor allem mit der schwachen Dynamik am Arbeitsmarkt begründet.

