Euro profitiert von Trumps Signal an Handelswelt
Die europäische Gemeinschaftswährung hat zu Wochenbeginn einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. Zu verdanken ist dieser Anstieg einer überraschenden Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, der eine bevorstehende Zollpause im Handelsstreit mit der Europäischen Union verkündete. Im frühen Handel kletterte der Euro auf 1,1412 US-Dollar, was im Vergleich zum letzten Freitagabend einen Anstieg von etwa einem halben Cent bedeutet. Damit setzte er seine positive Entwicklung fort und erreichte erstmals seit Ende April wieder die Marke von 1,14 Dollar.
Grund für diesen Aufwind ist die jüngste Entwicklung im Handelskonflikt zwischen den USA und der EU. Trump verkündete, dass die für Anfang Juni geplanten zusätzlichen Zölle auf EU-Importe um einen Monat verschoben werden, um Verhandlungen weiterzuführen. Diese zusätzlichen Einfuhrgebühren, die eine Höhe von 50 Prozent erreichen sollten, werden nun erst am 9. Juli wirksam, so Trump nach einem Gespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Von der Leyen habe zugesagt, die notwendigen Gespräche rasch zu beginnen, teilte Trump über seine Plattform Truth Social mit.
Der aktuelle Anstieg bringt den Euro näher an das Mehrjahreshoch von 1,1573 Dollar, das er Mitte April erreicht hatte. Damals wurden die Märkte durch Trumps Handelsentscheidungen stark bewegt. Vor zwei Wochen hatte der Euro vorübergehend die Marke von 1,11 Dollar unterschritten, ausgelöst durch Fortschritte im Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China. Die jüngsten Entwicklungen werfen jedoch Zweifel auf, ob die Entspannung zwischen den beiden Wirtschaftsriesen von Dauer ist. Seit Trumps Amtsantritt im Januar zeigt der Euro eine Aufwindtendenz, während der Dollar aufgrund der unberechenbaren Wirtschafts- und Zollpolitik Trumps an Wert verlor. Seit Mitte Januar verzeichnete der Dollar einen Rückgang von etwa elf Prozent. Der Wochenstart bleibt frei von bedeutenden Konjunkturdaten in Europa und den USA.

