Euro im Aufwind: US-Zinssenkungsfantasien beflügeln Devisenmarkt
Der Euro hat zum Wochenauftakt an Stärke gewonnen und notierte am Nachmittag bei 1,1744 US-Dollar, nachdem er am Morgen noch unter der Marke von 1,17 Dollar lag. Diese Entwicklung wurde vor allem durch die Aussicht auf fallende Leitzinsen in den USA getragen. Die Europäische Zentralbank bezifferte den Referenzkurs auf 1,1728 Dollar, eine Steigerung gegenüber den 1,1697 Dollar vom vergangenen Freitag, während der US-Dollar im Vergleich 0,8527 Euro kostete.
Eine erwartete Zinssenkung der US-Notenbank Fed Mitte des Monats verleiht dem Euro zusätzlichen Schwung. Ein kürzlich veröffentlichter geringfügig enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht begünstigte die Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung, wie ein Marktkommentar der Dekabank betonte. Interessanterweise fielen die aktuellen Konjunkturdaten aus Deutschland eher ernüchternd aus: Die deutschen Exporte verzeichneten im Juli einen unerwartet deutlichen Rückgang, insbesondere die Ausfuhren in die USA fielen auf ein Niveau, das zuletzt Ende 2021 erreicht wurde.
Auf der anderen Seite legte die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe im Juli zu, ein Wachstum, das erstmalig seit März zu verzeichnen war. Analyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg wies jedoch auf die schwachen Auftragseingänge hin, die auf die aggressive Zollpolitik der US-Regierung zurückzuführen seien. Immerhin sei der Start ins dritte Quartal besser als befürchtet, so Niklasch.
Unterdessen trübt sich der konjunkturelle Ausblick in der Eurozone weiter ein: Der Sentix-Konjunkturindikator sank im September auf den tiefsten Stand seit April.
Auch abseits der Eurozone blieb Bewegung: Der argentinische Peso kam stark unter Druck, nachdem Argentiniens Präsident Javier Milei mit seiner Partei La Libertad Avanza bei den Wahlen in Buenos Aires eine herbe Niederlage erlitt. Mileis rigider Sparkurs, der einerseits die Inflation eindämmte und den Haushalt stabilisierte, führte gleichzeitig zu Arbeitsplatzverlusten und der Reduktion staatlicher Subventionen.
Zudem setzte die EZB die Referenzkurse für den Euro zu anderen Währungen wie dem britischen Pfund bei 0,8669, dem japanischen Yen bei 173,39 und dem Schweizer Franken bei 0,9328 fest. Der Goldpreis kletterte auf einen Rekordwert von 3.639,63 US-Dollar je Feinunze.

