EU und Mercosur: Freihandelsabkommen geht in die finale Runde
Nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen steht die größte Freihandelszone der Welt zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay kurz vor ihrer Realisierung. In Brüssel votierten genügend EU-Vertreter für den Abschluss des Abkommens. Die offizielle Unterzeichnung wird nächste Woche in Paraguay erwartet.
Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete die Übereinkunft als „Meilenstein“ für die europäische Handelslandschaft. Sie sende ein deutliches Signal der strategischen Stärke und Eigenständigkeit Europas. Auch Finanzminister Lars Klingbeil erkennt in dem Abkommen „enormes Potenzial“ für die deutsche Wirtschaft, besonders im Kontrast zur protektionistischen US-Handelspolitik unter Donald Trump.
Die EU-Kommission preist das Abkommen als einen Schritt zu einer Handelszone mit über 700 Millionen Konsumenten. Ein Ergebnis war nur durch umstrittene Zugeständnisse an die Agrarindustrie möglich, die sich durch die Konkurrenz aus den Mercosur-Ländern bedroht sieht. Trotzdem bringt das Abkommen neue Dynamik für Industrien wie Automobil und Maschinenbau, die durch die Aufhebung hoher Zölle profitieren.
Zuvor blockierte Italien den Fortschritt mit Forderungen nach Stützungsmaßnahmen für europäische Landwirte. Besonders Besorgte kritisieren mögliche negative Auswirkungen auf europäische Bauern und Umweltschutzstandards.
Die Vorfreude auf Handelswachstumschancen bleibt trotz Bedenken groß. Vorrechte für Importgüter wie Rindfleisch oder Ethanol könnten im Notfall ausgesetzt werden, um den Markt zu stabilisieren. Insgesamt wird das Abkommen als klares Zeichen gegen den internationalen Protektionismus und für den freien Handel gesehen.

