EU-Mercosur-Abkommen vor Durchbruch: Uneinigkeit zwischen Merz und Macron
Die Verhandlungen über das lang erwartete Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten bewegen sich auf die Zielgerade. Bundeskanzler Friedrich Merz zeigt sich zuversichtlich, dass das Abkommen bald verabschiedet wird. Nach dem jüngsten EU-Gipfel betonte der CDU-Chef, dass alle EU-Staats- und Regierungschefs im Grunde genommen auf derselben Wellenlänge seien. Lediglich einige Detailfragen seien noch zu klären, ein Prinzipienstreit stehe jedoch nicht mehr im Raum. Merz hält einen zügigen Abschluss für essenziell, nicht zuletzt, weil dies ein starkes Signal für zukünftige Verhandlungen mit anderen Regionen wie dem indopazifischen Raum aussenden würde.
Dennoch gibt es Widerstand aus Frankreich. Präsident Emmanuel Macron zeigt sich skeptisch gegenüber der aktuellen Abkommenslage. Für ihn erfüllt das Mercosur-Abkommen in seiner bestehenden Form noch nicht die Anforderungen, die Paris seit Jahren vertritt. Trotz seiner grundsätzlichen Unterstützung für Handelsabkommen legt Macron Wert auf Fairness und Kohärenz. Seine Forderung besteht darin, das Abkommen um Schutzmechanismen zu ergänzen, die die heimische Landwirtschaft vor möglichen negativen Auswirkungen bewahren. Der französische Präsident betont die Notwendigkeit, Handelsziele und Klimaschutz in Einklang zu bringen.
Das Abkommen mit den Ländern Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay könnte eine der größten Freihandelszonen der Welt etablieren, umfasst sie doch mehr als 700 Millionen Einwohner. Geplant ist, durch den Abbau von Zöllen den Handel zu beleben. Allerdings sollen zum Schutz der europäischen Landwirtschaft bei einigen Agrarprodukten die Märkte nicht vollständig geöffnet werden.

