EU am Pranger: Frankreich fordert harte Maßnahmen gegen Shein
In einer entschlossenen Forderung hat Frankreich die Europäische Union aufgerufen, Maßnahmen gegen die Onlineplattform Shein, bekannt für seine konkurrenzlos günstigen Preise, zu ergreifen. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot brachte gegenüber dem Sender France Info seine Besorgnis zum Ausdruck und forderte die EU-Kommission auf, eine Ermittlung einzuleiten und mögliche Sanktionen in Betracht zu ziehen, da Shein augenscheinlich gegen EU-Vorschriften verstößt.
Parallel zu Sheins kontroverser Eröffnung einer ersten Verkaufsfläche in Paris hat die französische Regierung bereits Schritte unternommen, um den Betrieb der Plattform innerhalb der Landesgrenzen vorübergehend zu stoppen. Auf der Plattform waren Sexpuppen im kindlichen Stil entdeckt worden, was zu öffentlichen Empörungen führte. Zudem sollen über Shein auch Waffen angeboten werden, für die in Frankreich besondere Genehmigungen erforderlich sind.
Die französischen Minister Roland Lescure und Anne Le Henaff haben in einem offiziellen Schreiben an die EU-Kommission vorläufige Schritte gegen Shein verlangt. Es sei von größter Dringlichkeit, die unrechtmäßigen Handelspraktiken auf der Plattform zu untersuchen, so ein Bericht der Zeitung 'Les Échos'. Die EU hätte laut Bericht die Möglichkeit, empfindliche Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Umsatzes von Shein zu verhängen und weitere Maßnahmen zur Betriebsaussetzung in Erwägung zu ziehen.
Außenminister Barrot kritisierte die unkontrollierte Expansion von Online-Giganten, die laut ihm die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen der Nation untergraben. 'Es ist an der Zeit, die Kontrolle über unsere Handelsgrenzen zurückzuerlangen', mahnte er. Diese Anstrengungen zielen darauf ab, den ungehinderten Zustrom fragwürdiger Waren in die EU zu verhindern.

