Erstmals seit Shutdown: US-Arbeitsmarkt überrascht positiv
Der neueste Arbeitsmarktbericht der US-Regierung zeigt einen unerwartet kräftigen Zuwachs der Beschäftigtenzahlen. Im September wurden in den USA 119.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, weit mehr als die von Analysten prognostizierten 51.000. Allerdings stieg die Arbeitslosenquote leicht auf 4,4 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Herbst 2021.
Dieser Bericht markiert den erneuten Fluss an US-Konjunkturdaten nach dem längsten Shutdown der Regierungsgeschichte, der nun beendet wurde. Der Zustand des Arbeitsmarkts ist für geldpolitische Entscheidungen der US-Notenbank Fed von entscheidender Bedeutung. Auch die Entwicklung der Löhne steht im Fokus: Hier fiel der Anstieg mit 0,2 Prozent schwächer als erwartet aus, obwohl die Zahlen des Vormonats nach oben korrigiert wurden.
Ökonomen wie Thomas Gitzel von der VP Bank sehen im Arbeitsmarkt nach wie vor Stabilität, auch wenn Verbraucherumfragen von einer erschwerten Jobsuche berichten. Ebenfalls optimistisch zeigt sich Paul Ashworth von Capital Economics; er bewertet den Bericht als beruhigend für die Fed, die mit einem Risiko für den Arbeitsmarkt gerechnet hatte.
Trotz dieser positiven Zeichen bleibt Unsicherheit bestehen. Die Regierung verschiebt die Veröffentlichung der Oktober-Arbeitsmarktdaten auf den 16. Dezember. Diese Verspätung bedeutet, dass der Fed bei ihrer nächsten Zinsentscheidung Anfang Dezember wichtige Informationen fehlen werden. Dies spiegelt sich auch in der Volatilität der Erwartungen für eine mögliche Zinssenkung wider, deren Wahrscheinlichkeit mittlerweile auf 40 Prozent gesunken ist.

