Ermittlungen gegen mutmaßlichen Terrorplaner in Berlin: Haftbefehl erlassen
Im Schatten der Berliner Metropole zeichnen sich die Konturen eines brisanten Sicherheitsfalles ab. Der 22-jährige Syrer, dem die Planung eines dschihadistisch motivierten Anschlags vorgeworfen wird, befindet sich nun in Untersuchungshaft. Nach seiner Festnahme am Samstag erhob das Amtsgericht Tiergarten Anklage, da laut Michael Petzold, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, der Verdächtige eine schwere staatsgefährdende Straftat vorbereitet haben soll.
Das potenzielle Angriffsziel bleibt weiterhin unklar, doch nach Informationen der "Bild" stand Berlin im Fokus seiner Pläne. Zudem soll der Angeklagte aktiv Propagandainhalte der Terrororganisation Islamischer Staat verbreitet haben, indem er auf sozialen Medien Lieder und Hymnen mit extremistischem Inhalt teilte. Diese Medien werden häufig vom Islamischen Staat selbst veröffentlicht und zur Verbreitung geteilt, erklärte Petzold weiter.
Im Rahmen von Durchsuchungen an mehreren Berliner Adressen wurden sowohl potenzielle Baumaterialien für eine Spreng- oder Brandvorrichtung als auch elektronische Speichermedien sichergestellt. Diese Funde sind nun zentrales Element der laufenden Ermittlungen, um die genauen Pläne des Verdächtigen zu enthüllen.
Die Verhaftung stieß auf politisches Echo. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt betonte die anhaltende Bedrohungslage durch Terrorismus in Deutschland, die trotz Abstraktheit weiterhin hoch sei. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unionsfraktion, Günter Krings, mahnte zur konsequenten Abschiebung islamistischer Straftäter, um den Schutz der Bevölkerung zu gewährleisten.
Die Ermittlungen werden fortgesetzt, wobei der mögliche Zusammenhang mit öffentlichen Plätzen, wie Weihnachtsmärkten, nicht ausgeschlossen wird. Solche Überlegungen wecken Erinnerungen an den verheerenden Anschlag auf den Breitscheidplatz vom Dezember 2016.

