Entscheidung über umstrittene Atommülltransporte in NRW genehmigt
Ein bedeutender Schritt in der deutschen Entsorgungspolitik ist getan: Die Genehmigung für umfangreiche Atommülltransporte von Jülich nach Ahaus in Nordrhein-Westfalen wurde offiziell vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) erteilt. Dies markiert einen der größten Straßentransporte von radioaktivem Material seit Jahrzehnten. Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter, die rund 300.000 Brennelemente-Kugeln enthalten, über eine Strecke von 170 Kilometern transportiert werden.
Die Genehmigung, die bis August 2027 gültig ist, kann sofort umgesetzt werden, obgleich ein konkreter Starttermin noch nicht festgelegt wurde. Die Verantwortung für die Planung und Ausführung der Transporte liegt bei der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN), die derzeit erforderliche Auflagen prüft und noch weitere Absprachen mit Behörden treffen muss.
Während genehmigungsrechtlich nun vieles geklärt ist, bleibt der Widerstand gegen die Transporte. Seit Jahren gibt es Proteste von Anwohnern und Aktivisten. Die Sorge der Kritiker stützt sich auf infrastrukturelle Defizite wie marode Straßen und Brücken sowie die Notwendigkeit umfangreicher Polizeibegleitung. Die Gewerkschaft der Polizei NRW sieht dabei die Beanspruchung der Polizeikräfte kritisch und fordert eine Neubewertung der Maßnahmen.
Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Frage nach der Entsorgung radioaktiver Abfälle in Deutschland ungelöst. Es gibt derzeit keine Endlagerstätten für den dauerhaften Verbleib des Materials, lediglich mehrere Zwischenlager, darunter Ahaus im Münsterland, die der vorübergehenden Lagerung dienen.

