Einzelhandel trotzt Krisenstimmung mit leichten Umsatzgewinnen
Die deutschen Einzelhändler sehen sich unverändert mit der Kaufzurückhaltung der Verbraucher konfrontiert. Eine aktuelle Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) offenbart, dass viele Konsumenten aufgrund globaler Unsicherheiten große Ausgaben scheuen. Dennoch verlief das Jahr 2025 positiver als befürchtet. Nachdem der HDE lediglich ein geringes Umsatzplus von 0,5 Prozent prognostiziert hatte, überraschte das Ergebnis mit einem plus von 2,7 Prozent laut dem Statistischen Bundesamt.
Der Onlinehandel erwies sich als Wachstumsstütze im vergangenen Jahr und verzeichnete ein preisbereinigtes Umsatzplus von 3 Prozent. Für 2026 wird eine weitere Steigerung um 3,5 Prozent erwartet. Bemerkenswert ist jedoch, dass ein Drittel dieses Wachstums asiatischen Anbietern wie Shein und Temu zugutekommt. Der HDE äußert Bedenken über unfaire Wettbewerbsbedingungen und fordert ein rigideres Eingreifen der Politik.
Technologische Entwicklungen wie die Nutzung von Künstlicher Intelligenz stellen den Onlinehandel vor neue Herausforderungen und lassen die Zukunft traditioneller Online-Shops in einem neuen Licht erscheinen. Gleichzeitig schrumpft der stationäre Handel weiter, was unter anderem zur Schließung mehrerer Geschäfte führte. Dennoch expandieren einzelne Ketten, was positive Aussichten für den Sektor bietet.
Wie das Handelsforschungsinstitut IFH Köln feststellt, erzielen nur noch rund zwei Drittel der Einzelhändler ihre Umsätze mit Kernprodukten, was einer Verschiebung hin zu Dienstleistungen geschuldet ist. Reparaturen, Events und persönliche Services geraten verstärkt in den Fokus.
Trotz einer leichten Verbesserung der Konsumstimmung zu Jahresbeginn, geprägt durch höhere Einkommenserwartungen und sinkende Inflationsängste, bleiben die Aussichten für 2026 gedämpft. Viele Unternehmen rechnen weiterhin mit rückläufigen Umsätzen. Für das kommende Jahr erwartet der HDE einen lediglich moderaten Umsatzanstieg von 0,5 Prozent im deutschen Einzelhandel.

