Einzelhandel 2026: Vorsichtiger Optimismus trotz Herausforderungen
Die deutschen Einzelhändler blicken mit gemischten Gefühlen auf das anstehende Jahr 2026. Eine aktuelle Befragung des Handelsverbands Deutschland (HDE) ergab, dass fast die Hälfte der Unternehmen mit rückläufigen Umsätzen im Vergleich zu 2025 rechnet. Trotz dieser verhaltenen Stimmung prognostiziert ein Viertel der Einzelhändler steigende Erlöse, während knapp 30 Prozent mit stabilen Zahlen rechnen. An der Umfrage nahmen rund 600 Unternehmen des Einzelhandels teil.
Der HDE erwartet im laufenden Jahr ein nominales Umsatzwachstum von zwei Prozent für die Branche. Nach Korrektur um Preissteigerungen ergibt sich daraus lediglich ein moderates Plus von 0,5 Prozent. Hauptsorge der Branche bleibt die Kaufzurückhaltung, denn angesichts der angespannten geopolitischen Lage sehen sich viele Verbraucher verunsichert, insbesondere bei größeren Anschaffungen. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth hebt jedoch den optimistischeren Ausblick für den Onlinehandel hervor, der 2026 ein preisbereinigtes Umsatzwachstum von 3,5 Prozent antizipiert.
Rückblickend verzeichnete der Einzelhandel 2025 trotz ungünstiger Wirtschaftslage ein starkes preisbereinigtes Umsatzwachstum von 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Diese positive Entwicklung wird teilweise auf die Umstrukturierung eines großen Onlinehändlers namens Amazon zurückgeführt, wodurch bislang nicht erfasste Umsätze erstmals berücksichtigt wurden. Der HDE kalkuliert hingegen mit einem geringeren Umsatzplus von 1,5 Prozent, da er rein den engeren Einzelhandel betrachtet, frei von Kfz-Handel, Tankstellen, Brennstoffen und Apotheken.
Am Jahresanfang zeigt sich eine verbesserte Konsumstimmung. Dies spiegeln sowohl das HDE-Konsumbarometer als auch der Konsumklimaindex von NIQ und des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen wider.

