Einzelhandel trotzt Konjunkturflaute: Unerwartetes Umsatzplus
Der deutsche Einzelhandel hat im vergangenen Jahr trotz einer schwächelnden Konjunktur ein erfreuliches Umsatzplus verzeichnet. Laut vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ist der preisbereinigte Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent gestiegen. Dieses Wachstum wird unter anderem auf die Umstrukturierung eines großen Internet- und Versandhändlers zurückgeführt, wodurch erstmals bisher nicht erfasste Umsätze aus Deutschland berücksichtigt wurden. Im Fokus stand dabei insbesondere das erste Halbjahr, und wie vermutet wird, handelt es sich bei dem Unternehmen um Amazon.
Herausragend entwickelte sich der Versand- und Onlinehandel, der ein inflationsbereinigtes Umsatzwachstum von über zehn Prozent verbuchen konnte. Der Lebensmittelhandel erzielte ein moderates Plus von 1,1 Prozent, während der Handel mit Nicht-Lebensmitteln um 3,7 Prozent zulegte. Damit nähert sich der Einzelhandel wieder dem Rekordjahr 2021 an, in dem die Branche den höchsten Umsatz seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1994 erreicht hatte.
Auch das Weihnachtsgeschäft verlief positiv: Die Einzelhändler konnten im Dezember 2025 preisbereinigt 3,2 Prozent mehr umsetzen als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Dennoch lag der reale Umsatz vier Prozent unter dem Rekordstand von Dezember 2021. Trotz angespanntem Konsumklima aufgrund gestiegener Preise und Arbeitsplatzunsicherheit, konnten die seit über zwei Jahren stärker steigenden Löhne als die Inflation das Verbrauchervertrauen stärken.
Der Beginn des neuen Jahres bringt eine weitere Aufhellung des Konsumklimas in Deutschland mit sich. Forschungsinstitute wie GfK und NIM berichten von gestiegener Konsumfreude, die auf erwartete Einkommenssteigerungen und die jüngste Anhebung des Mindestlohns zurückzuführen sind.

