Ein Durchbruch im TikTok-Poker: Trump und Xi nähern sich an
Die politische Bühne zwischen den USA und China erlebt einen spannenden Moment: Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping stehen kurz davor, eine Vereinbarung abzuschließen, die den Verkauf der Mehrheit der TikTok-Assets in den USA an amerikanische Investoren vorsieht. Dieser potenzielle Deal markiert das vorläufige Ende eines anhaltenden Tauziehens, das bereits während Trumps erster Amtszeit seinen Anfang nahm und seither in den Gesprächen zwischen den beiden Supermächten eine entscheidende Rolle spielt.
Am Montag bestätigten der US-Finanzminister Scott Bessent und der stellvertretende chinesische Handelsminister Li Chenggang, dass im Rahmen von Verhandlungen in Madrid ein Rahmenabkommen für den Verkauf von TikTok erreicht wurde. Diese Ankündigung folgte auf ein vom ehemaligen Präsidenten Joe Biden unterzeichnetes Gesetz, das TikTok zu einem Verkauf von mindestens 80 % seiner US-Anteile an US-Käufer zwingt, um ein Verbot zu umgehen. Obwohl die Details des Deals noch nicht finalisiert sind, berichten Insider von Beteiligungen mehrerer in den USA ansässiger Investitionsgesellschaften, während chinesische Investoren 20 % der Anteile behalten würden.
Der neue Konsortiums-Vorstand soll mehrheitlich aus US-Amerikanern bestehen, mit einem von der Trump-Administration ernannten Mitglied. Ein hohes Tier im Weißen Haus sagte, dass alle bisher bekannt gewordenen Details unbestätigt bleiben, bis sie offiziell von der Regierung bekannt gegeben werden. TikTok und seine Muttergesellschaft ByteDance haben sich bislang nicht dazu geäußert.
Diese Entwicklung ist entscheidend, da sie die Voraussetzung für ein Treffen zwischen Trump und Xi schaffen könnte, das beide Seiten seit Monaten anstreben. Ohne die TikTok-Einigung wäre ein solches Aufeinandertreffen nach US-Angaben unmöglich gewesen. Mit einem abgeschlossenen Deal scheint es nun sehr wahrscheinlich, dass die beiden während Trumps bevorstehendem Asienbesuch Ende Oktober zusammenkommen.
Im Hintergrund spielt eine Rolle, dass ByteDance bis zuletzt zögerte, sich von seinen US-Anteilen zu trennen. Doch nachdem die Handelsspannungen zwischen den beiden Ländern im Frühjahr einen Siedepunkt erreichten und China zudem gegen Nvidia ermittelt, scheinen chinesische Behörden bereit, Zugeständnisse zu machen. Der bedeutendste Teil der Verhandlungen, die Bildung eines amerikanisch geführten Investorenkonsortiums, war bereits im April abgeschlossen. Erst nach Abschwächung der massiven Zölle, die Trump durchgesetzt hatte, konnte der Dialog zwischen den USA und China wieder ernsthaft aufgenommen werden.

