Dying Light: The Beast – Techland erklärt den Zombie-Designprozess im neuen Video
In einem neuen Entwicklerblog hat Techland nun einen faszinierenden, zugleich zutiefst beunruhigenden Einblick in den Designprozess gewährt, der den Legionen der Untoten in Dying Light: The Beast Leben – oder vielmehr Un-Leben – einhaucht. Begleitet von einem Video, das sich auf das Sounddesign konzentriert, erläutert das Studio seine Kernphilosophie: Selbst in der groteskesten Kreatur muss stets ein Funke dessen zu erkennen sein, was sie einmal war. Der Albtraum, der am 19. September für PC, PS5 und Xbox Series X/S (und später für PS4/Xbox One) beginnt, erhält damit eine erschreckend menschliche Tiefe.
Ein Rest von Seele
Der Schlüssel zum Schrecken liegt laut Techland darin, den Spieler konstant daran zu erinnern, dass er es nicht mit simplen Monstern zu tun hat. Die Künstler wurden angewiesen, in jedem Design subtile, aber unverkennbare Spuren von Menschlichkeit zu hinterlassen. Von der Art des Stöhnens bis hin zur verblassenden Pigmentierung der Haut – diese feinen Details sollen das Groteske der Verwandlung unterstreichen und die Konfrontation mit den Feinden zu einer moralisch zermürbenden Erfahrung machen. Du kämpfst nicht gegen eine anonyme Bestie; du kämpfst gegen das, was von einem Menschen übrig geblieben ist.
Eine Legion der Verdammten
Um eine stetige visuelle Abwechslung zu gewährleisten und Monotonie zu vermeiden, wird Dying Light: The Beast eine schier unglaubliche Vielfalt an Infizierten bieten. Allein von den gewöhnlichen „Bitern“ wird es über 110 verschiedene Varianten geben. Diese unterscheiden sich nicht nur in ihren Körpertypen, sondern bringen auch einzigartige spielerische Herausforderungen mit sich. Als Beispiel wird ein Biter im Gefahrgutanzug genannt, der durch seine Rüstung erheblich widerstandsfähiger ist als seine Artgenossen. Hinzu kommen fast 60 Varianten der „Virals“ – jener Unglücklichen, die erst kürzlich verwandelt wurden und deren Hauttöne noch deutlich natürlicher wirken als die der bereits verwesenden Biter.
Biografien des Grauens
Diese Design-Philosophie erstreckt sich bis in die Hintergrundgeschichten der verschiedenen speziellen Infizierten. Ihre ehemaligen Leben definieren ihre neuen, monströsen Fähigkeiten. Der „Howler“ etwa war ein Psychiatriepatient, der zum Zeitpunkt seiner Verwandlung noch fixiert war. Der bullige „Goon“, der sich durch rohe Kraft auszeichnet, war früher ein einfacher Arbeiter. Derweil war der „Spitter“, der nun ätzende Säure speit, einst ein Mediziner. Jede dieser Kreaturen ist ein verzerrtes Spiegelbild ihrer eigenen Vergangenheit und erzählt eine stille, tragische Geschichte des Verfalls.
Der Klang der Verwandlung
Abgerundet wird dieses Fest der Verwesung durch eine Soundkulisse, die ihresgleichen sucht. Die Entwickler beschreiben ihre Vision für die Laute der Infizierten als eine rohe, fast schon verzweifelte Intensität, die den Horror der Transformation akustisch amplifiziert. Um dieses Maß an Klangtreue zu erreichen, wurden über 9.103 einzigartige Sound-Schnipsel für die Untoten aufgenommen – von leisem Wimmern über Schreie bis hin zu markerschütterndem Kreischen. Dafür hat sich Techland mit dem kanadischen Team von The Monster Factory zusammengetan, einer Audioschmiede, die bereits für Meisterwerke wie Baldur’s Gate 3, The Last of Us Part 2 und God of War: Ragnarok den Ton angegeben hat. Der Schrei der Verdammten war noch nie so erschreckend real.

