DRM-Wirrwarr: Müssen PlayStation-Spieler bald alle 30 Tage online gehen?
Seit Tagen macht ein heikles Thema in der PlayStation-Community die Runde: Digitale Spielekäufe sollen auf PS4 und PS5 plötzlich nur noch 30 Tage offline funktionieren, bevor eine erneute Online-Verbindung nötig wird. Ausgelöst wurde die Debatte durch mehrere Nutzerberichte, Support-Chats und eigenen Tests von Content-Creator auf YouTube, TikTok und Co. Besonders brisant ist dabei, dass sich das Problem offenbar vor allem auf neu gekaufte digitale Spiele seit dem März-/April-Update 2026 bezieht, während ältere Käufe laut mehreren Berichten nicht betroffen sind.
Der wichtigste Punkt gleich vorweg: Sony hat diese Änderung bislang nicht offiziell als neue DRM-Politik bestätigt. Genau deshalb ist die Formulierung „PlayStation bestätigt neues DRM“ aktuell zu hart. Was es gibt, sind Hinweise aus zwei Richtungen: Einerseits Support-Antworten, die den 30-Tage-Timer als real beschreiben, andererseits andere Sony-Support-Mitarbeiter, die ausdrücklich sagen, dass es keine offizielle Pflicht zur Re-Authentifizierung alle 30 Tage gebe. VICE.com beschreibt die Situation deshalb sehr treffend als offenes Chaos mit widersprüchlichen Aussagen.
DRM-Chaos: Was bislang tatsächlich beobachtet wurde
Es gibt mehrere Berichte, die davon sprechen, dass neu gekaufte digitale Spiele nach einem gewissen Zeitraum ohne Internetverbindung nicht mehr starten. Die jüngsten Systemupdates offenbaren angeblich einen 30-Tage-Online-Lizenzcheck, wobei weiterhin unklar sei, ob es sich um ein Feature oder um einen Bug handelt. VGC.com verweist zusätzlich auf Tests, bei denen frisch gekaufte Titel auf PS4 einen sichtbaren „Valid Period“-Timer zeigen sollen, während sich das Verhalten auf PS5 eher über Fehlermeldungen beim Start bemerkbar macht.
„Ja, es gibt neues DRM & es gibt einen 30-Tage-Timer. Aber Support erkennt nicht voll und ganz an, wie katastrophal dieser Schlamassel ist, noch warum das DRM überhaupt notwendig war“, so Does it play? auf X.com.
Wie VICE.com richtig schreibt, sind die Antworten sehr wahrscheinlich von Sonys KI-Chatbots. Daher sollten wir diese Meldung nicht unbedingt als „belastbare Unternehmensbestätigung“ sehen.
Was gegen eine offizielle neue DRM-Politik spricht
Der größte Gegenpunkt kommt ebenfalls von Sony-Support-Kontakten. Ebenfalls laut VICE.com sollen andere, echte Live-Mitarbeiter später erklärt haben, dass es derzeit keine offizielle Vorgabe gebe, wonach digitale Käufe alle 30 Tage erneut online bestätigt werden müssten. Das ist uns ebenfalls so bekannt. Genau dieser Widerspruch ist der Kern der Geschichte. Denn wenn Sony intern selbst nicht konsistent kommuniziert, ist noch offen, ob wir es mit einer absichtlichen Änderung oder einem technischen Fehler zu tun haben.
Dazu passt auch, dass Sonys offizielle Support-Seiten weiterhin Funktionen wie „Konsolenfreigabe und Offline-Spiel“ auf PS5 sowie die Aktivierung einer primären PS4 erklären. Außerdem verweist PlayStation offiziell weiter auf die Möglichkeit, Lizenzen wiederherzustellen. Nichts auf diesen offiziellen Support-Seiten deutet aktuell sichtbar auf eine neue, angekündigte 30-Tage-Regel für alle Digitalkäufe hin.
Trotz der widersprüchlichen Support-Aussagen ist die Nervosität völlig nachvollziehbar. Denn wenn neu gekaufte digitale Spiele wirklich nach 30 Tagen offline den Zugriff verlieren, wäre das für viele PlayStation-Fans ein massiver Einschnitt. Das beträfe nicht nur Menschen mit instabiler Internetverbindung, sondern auch diejenigen, die Konsolen länger ungenutzt im Schrank stehen lassen, auf Reisen mitnehmen oder bewusst möglichst viel lokal archivieren wollen.
Hinzu kommt der alte wunde Punkt rund um „Digital Ownership“. Wer ein Spiel digital kauft, erwartet zwar kein physisches Eigentum im klassischen Sinn, aber sehr wohl einen verlässlichen Zugriff auf die gekaufte Lizenz.
Vielleicht haben auch zu viele PlayStation-Spieler das Rückgaberecht „ausgenutzt“ und Sony reagiert nun. Wir werden diesen Artikel aktualisieren, sobald sich der PlayStation-Herausgeber offiziell dazu äußert.


