PS5-Spiele auf dem PC schaden den Verkäufen nicht: Shuhei Yoshida erklärt, warum PC-Ports die Zukunft von PlayStation finanzieren
Es ist ein Dauerbrenner unter Spielern: Machen PC-Veröffentlichungen die PlayStation-Konsole weniger attraktiv? Ein ehemaliger Top-Manager von Sony räumt nun mit diesem Mythos auf – und zwar gründlich. Shuhei Yoshida, langjähriger Präsident von Worldwide Studios, hat in Australien Klartext geredet. Sein Fazit: Die PC-Ports schaden dem PS5-Absatz nicht im Geringsten, sondern füllen stattdessen die Kriegskasse für neue Projekte. Und dann holt er auch noch zum Rundumschlag gegen seinen früheren Chef Jim Ryan aus.
Warum Exklusivität heute nicht mehr reicht
Yoshida erinnert sich noch gut an die Zeiten, als er persönlich darüber wachte, dass kein einziges First-Party-Spiel den Weg auf eine andere Plattform fand. Doch mit explodierenden Entwicklungskosten wurde dieses Modell zunehmend untragbar. Der Kniff: Veröffentlicht man einen Titel wie God of War Ragnarök oder Ghost of Tsushima ein bis zwei Jahre nach dem PS5-Start auch auf dem PC, lassen sich die immensen Budgets leichter wieder einfahren. „Diese Veröffentlichungen auf dem PC haben geholfen, die Investitionen in diese großen Spiele wieder hereinzuholen“, erklärte Yoshida. Das extra Geld fließt dann zurück ins Studio, um die nächsten Projekte zu stemmen – ein Kreislauf, von dem am Ende alle profitieren.
Die laute Minderheit und die stille Mehrheit
Der Vorwurf, PC-Ports ließen die PlayStation-Marke verblassen, kommt laut Yoshida nur von einer kleinen, aber lauten Fraktion. „Ich glaube nicht, dass das die Akzeptanz der PS5 in irgendeiner Weise beeinträchtigt hat“, stellte er klar. Die Verkaufszahlen der Konsole geben ihm recht: Die PS5 verkauft sich weiterhin exzellent, parallel zu den PC-Veröffentlichungen. Ein schwächeres Argument ist schwer vorstellbar. Sony selbst hält sich offiziell noch bedeckt zu den künftigen PC-Plänen – angeblich gibt es sogar interne Kämpfe zwischen Befürwortern und Gegnern der Strategie. Gerüchten zufolge sollte Ghost of Yōtei ursprünglich ebenfalls auf den PC kommen, bevor die Pläne geändert wurden.
Yoshida räumt mit Jim Ryan ab
Neben den sachlichen Argumenten nutzte Yoshida die Gelegenheit für eine persönliche Abrechnung. Er beschrieb, wie er 2019 nach elf Jahren als Präsident von Worldwide Studios gefeuert wurde – auf Betreiben von Ex-CEO Jim Ryan. Der Grund: Yoshida weigerte sich, „lächerliche Dinge“ umzusetzen, die Ryan von ihm verlangte. „Ich habe Nein gesagt“, so Yoshida knapp. Trotz des Rauswurfs aus der Führungsetage blieb er dem Unternehmen erhalten und leitet seither die Indie-Förderabteilung – eine Rolle, die ihm sichtlich mehr liegt. Was die Zukunft bringt? Exklusivtitel wie Saros (diesen Monat) und Marvel’s Wolverine werden wohl erst einmal exklusiv auf der PS5 bleiben, aber früher oder später könnte der Weg auf den PC auch für sie geebnet sein. Die Zeichen stehen jedenfalls eindeutig.


