Diplomatischer Stillstand: Selenskyj kritisiert Putins zögerliche Haltung
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem erneuten Appell die mangelnde Gesprächsbereitschaft des russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert. In seiner abendlichen Videoansprache erinnerte Selenskyj daran, dass bereits vor zwei Wochen in Washington die Erwartung geäußert wurde, Moskau müsse 'genau heute' zu einem Gipfeltreffen bereit sein. Doch bisher habe Russland nur weiteren Ressourcen in den Krieg investiert, ohne echte Dialogbereitschaft zu zeigen. Während seines Besuchs in China bleibe Putin, so Selenskyj, bei seinen gewohnten Ausflüchten.
Er betonte erneut die weltweite Forderung nach einem schnellen Ende des Konflikts, wobei er Russland als das einzige Land bezeichnete, das an einer Fortsetzung des Krieges interessiert sei. Trotz der internationalen Erwartungen auf direkte Verhandlungen zwischen den Staatschefs der beiden Länder, sei aus dem Kreml bisher wenig Bereitschaft zu spüren. Stattdessen komme es zu Ausflüchten, unterstrichen von Äußerungen des russischen Außenministers Sergej Lawrow, der Putins Unwillen zur Diskussion mit Selenskyj damit rechtfertigte, dass er dessen Legitimität aufgrund der überschrittenen Amtszeit anzweifle.
Selenskyj führt seine Präsidentschaft gemäß den Bestimmungen des Kriegsrechts in der Ukraine fort, während Putin seit 2012 ununterbrochen und durch verfassungsrechtliche Anpassungen gestärkt, an der Macht bleibt.

