Die globale Schmelze: Eisberg A23a auf Abschiedstour
Einst der beeindruckendste Gletscher der Welt, zeigt sich der Eisberg A23a nun im schmelzenden Rückzug. Ursprünglich mächtige 4.000 Quadratkilometer groß, befindet sich der Eisberg aktuell in einer kritischen Phase: Er hat sich in mehrere große Fragmente aufgelöst, was den Beginn seines definitiven Abschieds von den Ozeanen markiert. Aktuell treibt der Koloss nördlich von Südgeorgien und wird durch wärmeres Wasser zunehmend dezimiert.
Experten vom British Antarctic Survey haben den dramatischen Zerfall sorgfältig dokumentiert. Laut Andrew Meijers, einem Eisberg-Spezialisten der Institution, hat der Eisberg seine Krone als größter Eisberg an den Koloss D15A verloren, der sich mit einer beeindruckenden Fläche von etwa 3.000 Quadratkilometern präsentiert. Die Schmelze und Auflösung des einstigen Giganten schreiten rapide voran. Ein rascher Zerfall ist durch die wärmeren Temperaturen des herannahenden südlichen Frühlings unausweichlich.
Entstanden als Fragment des antarktischen Schelfeises in den 1980er-Jahren, hat A23a eine durchaus ereignisreiche Geschichte. Verankert am Meeresboden, hinderte nichts den Giganten, bis seine Reise im offenen Meer begann. Daniela Jansen vom Alfred-Wegener-Institut beschreibt dies als ein seltenes Beispiel der Langlebigkeit eines Eisbergs, das durch kalte, ruhige Gewässer ermöglicht wurde.
Wissenschaftler wie Geraint Tarling werfen einen gespannten Blick auf die ökologischen Konsequenzen der Schmelze. Ein Zufluss von kaltem Wasser könnte tiefgreifende Effekte auf Neustartorganismen im betroffenen Gebiet haben, eine Entwicklung, die besonders im Angesicht des globalen Klimawandels von Bedeutung ist.
Das Kalben, also das Abbrechen von Gletschern, ist eine natürliche Eigenheit der Polarregionen. Doch die steigende Temperatur des Wassers und der Atmosphäre beschleunigen solche Prozesse, und die möglich drastischen Folgen auf den Meeresspiegel sind global von Bedeutung. Die Unsicherheiten über das Ausmaß des Anstiegs bleiben erheblich, so Meijers, doch die Möglichkeit eines erheblichen Anstiegs in den kommenden Jahrhunderten besteht durchaus.

