Iran in der Isolation: Internet-Abschaltung und eskalierende Proteste
Der Iran erlebt derzeit einen dramatischen Einschnitt in die Kommunikationsfreiheit, da das Land nahezu vollständig von der Außenwelt abgeriegelt ist. In Reaktion auf die umfassenden Proteste gegen das autoritäre Regime wurde der Zugang zum Internet blockiert. Die angespannte Lage wird weltweit mit Besorgnis betrachtet.
Die Bundesregierung verurteilte die gewaltsamen Repressionen durch iranische Sicherheitskräfte scharf und forderte ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Demonstrierende. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kritisierte die Internetabschaltung als Ausdruck der Angst des Regimes vor seinem eigenen Volk.
Die Führung Irans, unter Ajatollah Ali Chamenei, kündigte hingegen einen bedrohlich harten Kurs gegen die Protestierenden an. Berichten von Menschenrechtsorganisationen zufolge kam es bereits zu zahlreichen Todesopfern, sowohl unter Demonstranten als auch auf Seiten der Sicherheitskräfte.
Am vergangenen Donnerstag eskalierten die Proteste und breiteten sich von ländlichen Gebieten auf die großen Städte wie Teheran und Maschhad aus. Der Sohn des ehemaligen Schahs, Reza Pahlavi, der sich aus dem Exil als Oppositionsführer positioniert, hatte zur Teilnahme aufgerufen.
Infolge der Internetsperre bleibt der Verlauf der Demonstrationen jedoch undurchsichtig, während Fluggesellschaften Verbindungen in den Iran vorübergehend stornierten. Die Maßnahmen erinnern an frühere harte Durchgriffe des Staates. Besorgniserregende Parallelen gibt es zu den Protesten vor sechs Jahren, als die Regierung eine Internetblockade verhängte und die Gewaltanwendung zu Hunderten von Todesopfern führte.
Gegenwärtig verfolgt der iranische Justizapparat einen unerbittlichen Kurs, der sogar die Verhängung von Todesurteilen in der Vergangenheit umfasste. Die aktuelle Krise wurde durch eine Wirtschaftskrise und den Währungsverfall ausgelöst, die die Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung anheizten. Trotz der repressiven Maßnahmen drängen Massen auf die Straßen, und die Forderungen, die ursprünglich in Teheran laut wurden, haben sich inzwischen auf das ganze Land ausgeweitet.

