Insider Jason Schreier enthüllt: Sony plant Wolverine-Release vor GTA 6, um der „Explosionszone“ zu entgehen
Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Release von Grand Theft Auto 6 die Gaming-Landschaft nicht nur erschüttern, sondern vermutlich neu kartografieren wird. Doch wie gewaltig der Respekt vor Rockstars kommendem Open-World-Epos tatsächlich ist, zeigen neue Insider-Informationen über Sonys Strategie. Jason Schreier, einer der wohl vernetztesten Journalisten der Branche, zeichnet ein Bild, in dem selbst ein Gigant wie Sony bereitwillig Platz macht, um nicht unter die Räder zu kommen. Im Zentrum dieses taktischen Rückzugs steht ausgerechnet einer der größten PlayStation-Hoffnungsträger: Marvel’s Wolverine.
Der inoffizielle Exklusivtitel: Sony wittert den großen Reibach
Obwohl GTA 6 offiziell ein Multiplattform-Titel ist und auch auf der Xbox Series X/S erscheinen wird, behandelt Sony das Spiel intern offenbar wie einen eigenen First-Party-Blockbuster. Schreier erläuterte im „Button Mash“-Podcast, dass die Xbox in dieser Kalkulation fast schon zur Randnotiz verkommt. Die Erwartungshaltung ist eindeutig: Der Großteil der Verkäufe wird auf der PlayStation 5 stattfinden.
Diese Dominanz könnte so weit gehen, dass Sony den Titel als Vehikel nutzt, um die eigenen Hardware-Verkäufe massiv anzukurbeln. Es wäre daher kaum verwunderlich, wenn wir zum Release spezielle PS5-Bundles sehen würden, die GTA 6 direkt beilegen. Für Sony ist das Spiel kein Konkurrent, sondern ein Turbo-Booster, den man strategisch melken möchte.
Wolverines Flucht nach vorne
Doch dieser Turbo hat einen Preis: Er verlangt die ungeteilte Aufmerksamkeit der Spielerschaft. Um zu verhindern, dass hauseigene Hits im gigantischen Schatten von Rockstar untergehen, plant Sony offenbar, die „Explosionszone“ rund um den angepeilten GTA-Termin am 19. November weiträumig zu umgehen.
Konkret bedeutet das für Insomniac Games und Marvel’s Wolverine, dass ein Release im September oder Oktober 2026 angepeilt wird. Dieser Puffer von ein bis zwei Monaten soll sicherstellen, dass Logan seine Krallen ausfahren kann, bevor das Verbrechensepos sämtliche mediale Aufmerksamkeit und das Budget der Spieler absorbiert. Sony richtet also den gesamten Jahreskalender an einem Spiel aus, das ihnen nicht einmal gehört – ein beispielloser Vorgang.
Das Damoklesschwert der Verschiebung
Allerdings steht und fällt dieser Plan mit Rockstars Zeitmanagement. Schreier warnt davor, das Datum im November als in Stein gemeißelt zu betrachten. Aktuell sei das Spiel noch nicht „content complete“. Das bedeutet, Missionen werden noch finalisiert, Levelstrukturen angepasst und Entscheidungen getroffen, was es überhaupt ins finale Spiel schafft.
Er zog Parallelen zu Red Dead Redemption 2, das ebenfalls mehrfach verschoben wurde. Sollte Rockstar mehr Zeit für den Feinschliff benötigen, könnte sich das ganze Gefüge wieder verschieben. Take-Two Interactive peilt zwar einen Release vor März 2027 an, doch am Ende geht Qualität vor Pünktlichkeit.


