Deutz: Neue Strategien zahlen sich aus – Rückkehr zu Gewinn und positiven Prognosen
Der Kölner Motorenbauer Deutz zeigt sich im dritten Quartal des Jahres mit einer soliden Leistung nach einer strategischen Neuausrichtung im Rüstungsgeschäft und umfassenden Kostensenkungen. Während das Tagesgeschäft florierte, kehrte das Unternehmen nach vorherigen Verlusten in die Gewinnzone zurück. Konzernchef Sebastian Schulte lobte die Fortschritte des Sparprogramms, das bis 2026 dauerhafte Einsparungen von über 50 Millionen Euro verspricht und sogar die Erwartungen übertreffen könnte. Mit einem optimistischen Ausblick auf ein starkes Schlussquartal gab es jedoch auch eine kleine Dämpfung der Umsatzziele für 2025, da sich die Märkte für Bau- und Landmaschinen langsamer erholen als prognostiziert.
Das Gesamtjahresziel von Deutz peilt nun das untere Ende der Umsatzprognose zwischen 2,1 und 2,3 Milliarden Euro an. Diese Anpassungen spiegelten sich kurzzeitig positiv im Aktienkurs wider, bevor er wieder etwas nachgab. Nach einem Jahreshoch von 9,94 Euro im September ist der Kurs zuletzt auf etwa acht Euro gefallen – aber immer noch mehr als doppelt so hoch wie zu Jahresbeginn. Treibende Kräfte hinter der Kurssteigerung sind die Expansion ins Rüstungsgeschäft und der Sanierungserfolg.
Ein bemerkenswerter Schritt war der Ausbau des Rüstungsgeschäfts mit der Akquisition der Sobek Group, einem Anbieter von Antriebssystemen für Drohnen, im September. Dieses und ein gestärktes Servicegeschäft verleihen dem Unternehmen Rückenwind. Laut Thorsten Reigber von der DZ-Bank legte Deutz ein solides drittes Quartal vor.
Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 15 Prozent auf 493,3 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern vervielfachte sich nahezu, was zu einer deutlichen Verbesserung der Marge führte. Der Gewinn kletterte auf 12,3 Millionen Euro, während im Vorjahr noch ein Verlust von zwei Millionen Euro zu verzeichnen war.
Ein Wermutstropfen bleibt jedoch der rückläufige Auftragseingang: Im dritten Quartal lag dieser gut 15 Prozent unter dem Vorjahreswert. Trotz dieser Abnahme verzeichnet Deutz nach neun Monaten noch immer einen Anstieg von fast zwölf Prozent auf etwa 1,5 Milliarden Euro bei den Neuaufträgen.

