Deutsche Telekom eröffnet KI-Rechenzentrum mit Nvidia in München
Die Deutsche Telekom verkündet ihren bedeutenden Einstieg in den Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) durch den Bau eines hochmodernen Rechenzentrums in Zusammenarbeit mit dem US-Technologieunternehmen Nvidia. Das Gemeinschaftsprojekt, das bereits im letzten November von Konzernchef Timotheus Höttges angekündigt wurde, feiert nun seinen offiziellen Startschuss. In Anwesenheit von Vizekanzler Lars Klingbeil und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wird das Rechenzentrum feierlich eröffnet.
Das neue Cloud-Rechenzentrum markiert mit einer Investition von einer Milliarde Euro einen Meilenstein. Zur Ausstattung gehören 10.000 der fortschrittlichen Grafikprozessoren von Nvidia – dies stellt die Deutsche Telekom in eine starke Position im Vergleich zu anderen europäischen Anlagen. Der größte deutsche Supercomputer, der im Forschungszentrum in Jülich steht, besitzt im Vergleich 24.000 Grafikchips.
Spannend für umweltbewusste Beobachter: Das Unternehmen zieht in ein ehemals von der Hypovereinsbank genutztes, renoviertes Gebäude im Büroquarier Tucherpark. Besonders innovativ ist die geplante Nutzung der Abwärme zur Beheizung des Viertels sowie die Kühlung über den nahegelegenen Eisbach. Nachhaltigkeitsaspekte werden später auf einer Pressekonferenz detailliert beleuchtet.
München wurde als Standort gewählt, da sich hier zahlreiche potenzielle Industriekunden befinden, die geringe Latenzen für ihre Anwendungen verlangen. Zu den nennenswerten Partnern gehören Airbus, BMW, das KI-Unternehmen Perplexity, Siemens sowie viele Robotik-Start-ups wie Agile Robots. Die zentral gelegenen Rechner bieten entscheidende Vorteile gegenüber entfernteren Rechenzentren.
Im internationalen Vergleich wirken die Investitionen der Telekom bescheiden neben den Summen, die Amazon, Microsoft oder Google in ihre Cloud-Services investieren. Dennoch sieht der Bonner Konzern Chancen in einer Spezialnische: der Bereitstellung von Hochsicherheitsrechenzentren, die sich durch Datensouveränität und Nähe zur Industrie auszeichnen. Dabei spielt auch die wachsende Skepsis gegenüber US-Anbietern eine Rolle. Die Telekom kann mit ihrem Angebot, das physische Datenspeicherung in Deutschland unter hiesigem Recht garantiert, bei vielen heimischen Unternehmen punkten.

