Deutsche Aktien im Wartemodus: Stromversorgung der Märkte durch Powell erhofft
Die Finanzmärkte zeigen sich am Freitagvormittag noch unentschlossen, während die investierten Augen auf die Ansprache von Jerome Powell, dem Chef der US-Notenbank, gerichtet sind. Seine bevorstehenden geldpolitischen Aussagen könnten die Weichen an den Börsen neu stellen.
Der deutsche Leitindex Dax verharrt am Mittag nahezu unbewegt bei 24.299 Punkten. Im Laufe der Woche ließ sich trotz eines leichten Rückgangs wenig nennenswerte Bewegung verzeichnen. Das Gipfelniveau vom Juli, das bei 24.639 Punkten erreicht wurde, ist noch in erreichbarer Nähe. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verzeichnete einen Anstieg um 0,34 Prozent, was ihn auf 30.783 Punkte hebt, während der EuroStoxx 50 um 0,2 Prozent zulegen konnte.
Große Erwartungen liegen auf Powells Rede beim traditionellen Notenbanktreffen in Jackson Hole, die für 16.00 Uhr angesetzt ist. Experten von Index Radar spekulieren, dass Powell möglicherweise erste Andeutungen auf mögliche Zinssenkungen machen könnte, jedoch im gleichen Atemzug auf die anhaltende Abhängigkeit von wirtschaftlichen Kennzahlen hinweisen wird. Beobachter erwarten, dass die Arbeitsmarktdaten und Inflationswerte, die Anfang September veröffentlicht werden, die nächste entscheidende Grundlage bilden. So schwand das Risiko einer Enttäuschung. Vor wenigen Tagen lag die Schätzung für eine Zinssenkung im September bei über 90 Prozent, nun reduzieren sich diese Erwartungen auf 70 Prozent.
Unternehmensseitig zeigt sich die Lage gemischt: Südzucker sieht sich mit unerwartet niedrigen Zucker- und Ethanolpreisen konfrontiert und korrigiert daher seine Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 nach unten. Daraufhin verloren die im SDax gelisteten Aktien 1,3 Prozent an Wert.
Im Sektor der Rüstungstitel änderte die Citigroup ihre Position zu den Aktien von Hensoldt und Renk, hob die Verkaufsempfehlungen auf und bewertet nun neutral. Nachdem die Titel am Vortag kräftig anzogen, legten sie weiter um 3,4 beziehungsweise 1,4 Prozent zu, bei gleichzeitig angehobenen Fundamentaldaten. Auch die Papiere von Rheinmetall zeigten sich stabil und verbuchten moderate Gewinne.
CTS Eventim bleibt nach einem unerwarteten Gewinneinbruch als langfristiger Verlierer in den Schlagzeilen. Nach einem temporären Rückgang um 20 Prozent am Vortag, verzeichneten die Aktien auch am Freitag nochmals ein Minus von 3 Prozent.

