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Der Panamakanal: Warum die Wasserstraße global umkämpft ist

23. Januar 2025, 14:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Der Panamakanal ist eine der bedeutendsten Wasserstraßen der Welt – und ein strategisches Nadelöhr für den globalen Handel. Doch geopolitische Spannungen, Klimaprobleme und ökonomische Interessen bedrohen die Stabilität der Passage.

Eine globale Handelsachse

Der Panamakanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik und erspart der Schifffahrt die riskante und über 13.000 Kilometer längere Reise um Kap Hoorn.

Mit einer Länge von 82 Kilometern zählt der Kanal zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten der globalen Wirtschaft. Rund 14.000 Schiffe passieren jährlich die Passage, was etwa sechs Prozent des globalen Schiffsverkehrs ausmacht.

Besonders für die USA hat der Kanal immense Bedeutung: 72 Prozent der passierenden Schiffe fahren entweder zu US-Häfen oder kommen von dort. Flüssigerdgas aus Texas, Mineralölprodukte und Chemikalien nutzen den Kanal, um den pazifischen Raum zu erreichen.

Rund 40 Prozent des US-Containerverkehrs läuft ebenfalls über diese Route. China ist der zweitgrößte Nutzer und profitiert von der Verbindung für den Export nach Lateinamerika und die Ostküste Nordamerikas.

Der Panamakanal verbindet 160 Länder und 1700 Häfen weltweit – ein strategisches Nadelöhr für den globalen Handel.

Trump fordert Kontrolle über den Panamakanal

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump fordert die Rückkehr des Panamakanals unter die Kontrolle der USA – ein Anspruch, der völkerrechtlich keinen Bestand hat. Die USA haben den Kanal nie „besessen“, sondern lediglich verwaltet. Seit 1999 ist die Wasserstraße vollständig im Besitz des Staates Panama.

Die Kanalbehörde, die den Betrieb koordiniert, beschäftigt rund 9000 Angestellte und erwirtschaftete 2023 Einnahmen von 3,2 Milliarden Euro aus Transitgebühren. Für eine Passage zahlen Reedereien je nach Schiffsgröße zwischen 100.000 und einer Million US-Dollar.

Trumps Forderung stützt sich auf die strategische Bedeutung der Wasserstraße und eine angeblich zunehmende Kontrolle durch chinesische Unternehmen. Tatsächlich betreibt ein Hongkonger Logistikkonzern zwei Terminals an den Ein- und Ausfahrten des Kanals.

Eine Wasserstraße unter Druck

Die geopolitischen Spannungen um den Panamakanal werden durch praktische Herausforderungen verstärkt. In den letzten Jahren litt der Kanal immer wieder unter Niedrigwasser, das die Passage größerer Schiffe einschränkte. Als Herzstück der Passage dienen drei Schleusen, die einen Höhenunterschied von 26 Metern überwinden. Diese benötigen große Mengen Wasser, das aus umliegenden Seen entnommen wird.

Donald Trump fordert die Kontrolle der USA über den Panamakanal zurück – ein Anspruch ohne völkerrechtliche Grundlage.

Zusätzlich werden Klimaprobleme immer sichtbarer: Trockenzeiten und weniger Regen setzen den Wasserressourcen zu. Die Kanalbehörde plant daher langfristige Investitionen in alternative Wasserquellen, um die Verfügbarkeit der Passage zu sichern.

Was würde eine Sperrung bedeuten?

Eine Unterbrechung des Betriebs hätte erhebliche Auswirkungen auf die globale Schifffahrt. Besonders für die USA würde dies zu Lieferverzögerungen und erhöhten Transportkosten führen. Umleitungen um Kap Hoorn könnten Reedereien bis zu sechsstellige Beträge zusätzlich kosten.

Für Europa und speziell Deutschland ist der Panamakanal von vergleichsweise geringerer Bedeutung. Laut dem Kiel Institut für Weltwirtschaft laufen nur etwa drei Prozent des deutschen Außenhandels über diese Passage – deutlich weniger als die zehn Prozent, die den Suezkanal nutzen.

Finanzen / Global
[InvestmentWeek] · 23.01.2025 · 14:00 Uhr
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