Den of Wolves: Studio entlässt zahlreiche Mitarbeiter – Neuausrichtung überschattet kommenden Koop-Titel
Die schwedische Spieleschmiede 10 Chambers hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen mit atmosphärischen Koop-Erlebnissen gemacht. Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig: Eine umfassende Umstrukturierung hat zu massiven Personalentlassungen geführt, die selbst vor Mitgründern nicht Halt machten. Während das kommende Heist-Abenteuer Den of Wolves noch immer im Fokus stehen soll, werfen die jüngsten Entwicklungen Schatten auf die Zukunft des Studios. Was genau geschehen ist und wie es mit dem ersehnten Titel weitergeht, erfährst du hier.
Drastische Einschnitte treffen breite Belegschaft
In einer Stellungnahme gegenüber Game Developer bestätigte ein Sprecher von 10 Chambers, dass eine „große Anzahl“ von Stellen im Zuge einer internen Umstrukturierung gestrichen wurde. Das Studio betonte, man überprüfe intensiv die Arbeitsweise und die Organisationsstruktur, damit Den of Wolves zu jenem Spiel werden könne, das es verdiene. Leider bedeute dies eine bedeutende Umgestaltung, die zahlreiche Positionen betreffe – darunter mehrere Mitgründer des Studios. Die Verantwortlichen räumten ein, dass diese Veränderungen schwierig seien und mit Bedacht angegangen würden. Aus Respekt vor allen Beteiligten wolle man sich nicht zu individuellen Situationen äußern. Ulf Andersson und Simon Viklund bleiben dem Projekt und der Studioleitung vollumfänglich verpflichtet. Weitere konkrete Neuigkeiten sollen über offizielle Kanäle kommuniziert werden, sobald diese vorliegen.
Mitgründer verlässt das Unternehmen am Wochenende
Die Entlassungen wurden zunächst durch ehemalige Teammitglieder bekannt, die ihre Situation auf LinkedIn schilderten. Lead-Programmierer Krister Cederlund merkte an, dass nach der jüngsten Umstrukturierung viele unglaublich talentierte, erfahrene und wirklich großartige Personen nun neue Gelegenheiten suchten. Parallel zur Umstrukturierung gab Mitgründer Hjalmar Vikström seinen Abschied vom Studio bekannt. In seinem LinkedIn-Beitrag schrieb er, dass die Spieleentwicklung schwierig sei und die vergangenen Jahre ihren Tribut gefordert hätten. Rückblickend sei er jedoch stolz darauf, wie das Team über seine Verhältnisse hinausgewachsen sei und GTFO abgeliefert habe. Vikström zog allerdings keine direkten Verbindungen zwischen seinem Weggang und den Umstrukturierungsmaßnahmen, was Raum für Spekulationen lässt.
Erfolgreiche Vergangenheit trifft unsichere Zukunft
10 Chambers hatte mit GTFO, einem düsteren Koop-Horror-Shooter, beachtliche Erfolge erzielt und sich als Studio mit klarer Vision etabliert. Im Dezember 2023 wurde Den of Wolves erstmals der Öffentlichkeit präsentiert – ein kooperatives Heist-Spiel für vier Personen mit futuristischer Sci-Fi-Atmosphäre. Der erste Trailer zeigte zwar wenig konkretes Gameplay, schuf jedoch eine eindringliche Stimmung. In den folgenden Monaten folgten weitere Einblicke: Im Dezember 2024 stellte ein neuer Trailer verschiedene Schauplätze und spielerische Elemente vor, darunter das Navigieren durch eine düstere, raue Welt, Feuergefechte und den Einsatz von Waffen sowie Gadgets. Ein weiterer Trailer im Juni 2025 legte den Fokus auf das Heist-Gameplay mit Betonung auf Heimlichkeit und technischer Raffinesse. Was zunächst reibungslos verläuft, eskaliert schnell, und die Spieler müssen zu tödlicheren Methoden greifen, um ihre Beute zu sichern und zu entkommen.
Ungewisse Aussichten für ambitioniertes Projekt
Die Entlassungswelle wirft Fragen über die Stabilität des Studios und die Entwicklung von Den of Wolves auf. Während die verbleibenden Führungspersonen betonen, dass man an der Vision festhalte, lässt der Verlust erfahrener Talente und selbst von Mitgründern Zweifel aufkommen. Die Spielebranche kämpft seit geraumer Zeit mit Umstrukturierungen und Entlassungen, doch bei einem Studio von der Größe und Spezialisierung wie 10 Chambers können solche Einschnitte besonders schwerwiegend sein. Ob die verbliebene Mannschaft das ehrgeizige Heist-Abenteuer wie geplant umsetzen kann, wird sich zeigen. Fans hoffen, dass die Umstrukturierung tatsächlich den versprochenen positiven Effekt auf das Endprodukt haben wird und nicht zu weiteren Verzögerungen oder qualitativen Einbußen führt.


