Am, im und auf dem Wasser

Dem Tod entronnen - DLRG rettet über 1.400 Menschenleben

15. Mai 2025, 15:07 Uhr · Quelle: dpa
Menschen sterben beim Schwimmen in Flüssen, in Seen, im Meer - immer wieder. DLRG-Retter verhindern viele Tragödien: 2024 retten sie besonders vielen Menschen das Leben. Eines aber macht ihnen Sorgen.

Stuttgart/Bad Nenndorf (dpa/lni) - Es passiert einfach erschreckend schnell: Ein damals etwa sechs Jahre altes Mädchen spielt im vergangenen Juli mit einem Schwimmring im Tegeler See in Berlin - dann rutscht die Kleine durch den Ring und versinkt. Ein Rettungsschwimmer auf einer Beobachtungsstation der DLRG sieht das Drama, springt ins Wasser und rettet die kleine Nichtschwimmerin. Es war nicht der einzige Fall: Insgesamt haben die DLRG-Rettungsschwimmer im vergangenen Jahr 1.446 Menschen vor dem Tod bewahrt - ein deutlicher Anstieg.

411 Menschen ertranken

Denn 2023 waren es noch 1.120 gerettete Menschen - einschließlich der Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Herzinfarkten am Strand oder auch abseits des Strandes, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft mit Sitz im niedersächsischen Bad Nenndorf bekanntgab. Unter den Geretteten waren auch 699 Menschen, die vor dem Ertrinken bewahrt wurden. Ein Jahr zuvor waren es 870. Mindestens 411 Menschen konnten die Lebensretter im vergangenen Jahr allerdings nicht mehr helfen - sie ertranken.

Im März hatte die DLRG bekanntgegeben, dass 2024 immerhin 31 mehr Menschen im Wasser gestorben waren als ein Jahr zuvor - und erstmals seit 2019 waren es wieder mehr als 400 Opfer. Damals ertranken 417 Menschen. Die DLRG ist nach eigenen Angaben die größte Wasserrettungsorganisation der Welt - mit über 627.000 Mitgliedern zum Ende des vergangenen Jahres. Es war der dritte Höchststand in Folge und ein Anstieg um 3,3 Prozent im Vergleich mit 2023.

Die meisten Lebensrettungen in Baden-Württemberg

Gleichzeitig wuchs die Zahl der Retter - bundesweit sorgten den Angaben zufolge 54.802 Helfer für Sicherheit im und auf dem Wasser, das waren 6.000 mehr als 2023. «Ihr Einsatz rettet Leben – und macht unsere Gesellschaft sicherer», sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Die Retter kamen auf knapp 2,6 Millionen Stunden im Einsatz, in dieser Zeit leisteten sie 37.882 Menschen Hilfe. In weiteren rund 5.000 Einsätzen sicherten sie Sachwerte wie gekenterte Segelboote oder retteten Tiere. Im Einsatz waren sie in jeweils über 1.200 Schwimmbädern und Freigewässern, darunter viele Strandabschnitte an Nord- und Ostsee.

Die meisten Lebensrettungen gab es im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg - 243 (2023: 185) Menschen wurde dort das Leben gerettet. Dahinter lag Hamburg mit 216 (101) Lebensrettungen vor Schleswig-Holstein, wo 211 (146) Menschen gerettet wurden, und Bayern mit 170 (132) Lebensrettungen. In Niedersachsen wurden 158 (125) Menschen gerettet. Die meisten Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer wiederum waren in Schleswig-Holstein (11.645) im Einsatz, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (9.633) und Niedersachsen (8.642). 

Auch die Jüngsten wollen Rettungsschwimmer werden

Was den Wasserrettern Mut macht: Rettungsschwimmabzeichen sind bei den Jüngsten offensichtlich beliebt. Das Abzeichen Junior-Retter für den Nachwuchs ab zehn Jahren vergaben die Prüfer im vergangenen Jahr 9.377 Mal. «Erstmals seit 2004 haben unsere Rettungsschwimmausbilder innerhalb eines Jahres wieder mehr als 9.000 Jungen und Mädchen zum Juniorretter-Abzeichen geführt», sagte Vogt. «Das lässt uns sehr optimistisch nach vorne schauen.»

Mit Blick auf die diesjährige Badesaison warnten die Lebensretter vor Gefahren - wie dem Sprung ins kühle Wasser, weil der plötzliche Temperaturunterschied das Herz-Kreislaufsystem überfordern könne. Besonders für ältere Menschen könne dies lebensbedrohlich sein, teilte die DLRG mit. Im vergangenen Jahr seien rund 60 Prozent der Ertrunkenen über 55 Jahre alt gewesen. «Wir appellieren an die Menschen, nur an bewachten Gewässern schwimmen zu gehen», sagte Vogt. Sie betonte: «Wir wollen niemandem die Freude am Wasser trüben, aber seien Sie umsichtig.»

Gefahr: Kopfsprünge in flaches Wasser

Ganz besonders warnten die Lebensretter vor Kopfsprüngen in unbekannte, trübe oder zu flache Gewässer - schwere Verletzungen bis hin zur Querschnittslähmung könnten die Folge sein. «Immer wieder werden Patientinnen und Patienten mit Rückenmarksverletzungen und Querschnittlähmungen in die Notaufnahme eingeliefert – verursacht durch Leichtsinn, Übermut oder Alkoholkonsum», sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie, Prof. Dietmar Pennig. 

Menschen suchen seinen Worten zufolge Abkühlung und springen in unbekannte Gewässer: «Wenn Sie Glück haben, tauchen Sie wieder auf.» Schätzungen zufolge erlitten jährlich etwa 80 Menschen eine Querschnittslähmung nach einem Kopfsprung in flaches Wasser - vor allem junge Männer. Er betonte: «Damit ist das Leben, so wie diese Personen es kannten, beendet.»

Hilfsorganisation / Notfall / Freizeit / Schwimmen / Niedersachsen / Deutschland
15.05.2025 · 15:07 Uhr
[5 Kommentare]
SC Freiburg - Bayern München
Freiburg (dpa) - Mit einem gewaltigen Energieschub reisen der FC Bayern München und seine jungen Matchwinner zum Königsklassen-Knaller bei Real Madrid. «Ich freue mich brutal darauf», sagte Doppeltorschütze Tom Bischof nach dem dramatischen Last-Minute-Sieg beim SC Freiburg (3: 2) in der Fußball-Bundesliga. Das sei das «perfekteste Spiel» als […] (00)
vor 4 Stunden
Fahrradergometer für Belastungs-EKG (Archiv)
München - Deutschlands wohl bekanntester Sportmediziner Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt denkt auch im hohen Alter nicht ans Aufhören. "Ich arbeite so lange, bis mir der Himmel signalisiert: Es ist genug", sagte der langjährige Teamarzt des FC Bayern München dem "Spiegel". Im Sommer wird er 84 Jahre alt. Über Jahrzehnte behandelte Müller-Wohlfahrt einige […] (00)
vor 5 Minuten
Kelly Osbourne teilte dieses Foto von Kiinicki auf Instagram
(BANG) - Kelly Osbourne hat neue Liebesspekulationen ausgelöst, nachdem sie einige Schnappschüsse in den sozialen Medien geteilt hat. Wenige Wochen nach ihrer Trennung von ihrem Verlobten Sid Wilson veröffentlichte die Reality-TV-Bekanntheit mehrere Instagram-Schnappschüsse von Kiinicki, einer in Los Angeles ansässigen nichtbinären Person, die als […] (01)
vor 24 Stunden
Review: Timekettle W4 Pro AI Interpreter Earbuds im Test
Die Zukunft der Sprachkommunikation ist da! Timekettle W4 Pro AI Interpreter Earbuds 2026 – Mein neuer täglicher Begleiter für Business, Reisen und internationale Gespräche. Nachdem ich die Timekettle W4 Pro AI Interpreter Earbuds 2026 seit Mitte Februar 2026 intensiv im Alltag getestet habe – auf Geschäftsreisen in Spanien und Frankreich, bei mehreren […] (00)
vor 13 Stunden
Ghost Master: Resurrection im Test: Spuken wie früher?
Ghost Master: Resurrection ist ein Remake des Originals aus 2003. Ich habe als Kind das Spiel gesuchtet und es war einfach großartig, die CD besitze ich heute noch. 2021 wurde es dann auch auf Steam veröffentlicht und war ohne Probleme spielbar. Jetzt wurde aber mit Ghost Master: Resurrection eine erweiterte Neuauflage des Spiels veröffentlicht. Es […] (00)
vor 12 Stunden
BritBox zeigt «The Other Bennet Sister» ab Mai
Der Streamingdienst präsentiert eine neue Serienadaption aus dem «Pride & Prejudice»-Universum und rückt dabei eine bislang übersehene Figur in den Mittelpunkt. Der Streaminganbieter BritBox hat den Starttermin für seine neue Serie The Other Bennet Sister bekannt gegeben. Die zehnteilige Produktion feiert am 6. Mai Premiere in den USA und Kanada, […] (00)
vor 1 Stunde
Alibaba-Aktie im Fokus: Wird das chinesische Technologie-Schwergewicht zum Comeback-Kandidaten?
Das chinesische Tech-Imperium unter Druck Alibaba steht als einer der weltgrößten E-Commerce- und Cloud-Computing-Konzerne vor einer kritischen Phase. Die Aktie des chinesischen Giganten hat in den vergangenen Monaten erhebliche Kursverluste erlitten, was Investoren verunsichert und Fragen zur langfristigen Rentabilität aufwirft. Die Gründe für diese […] (00)
vor 29 Minuten
Diabetes: Wenn der Blutzucker aus dem Gleichgewicht gerät
Höchst i. Odw., 05.04.2026 (lifePR) - Diabetes mellitus gehört zu den großen Volkskrankheiten unserer Zeit. Millionen Menschen in Deutschland und weltweit leben mit der Diagnose Typ-1- oder Typ-2-Diabetes. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch einen gestörten Zuckerstoffwechsel, bei dem der Körper entweder zu wenig Insulin produziert oder die Zellen […] (00)
vor 2 Stunden
 
SC Freiburg - Bayern München
Berlin (dpa) - Der FC Bayern hat sich bei der Generalprobe für den Champions-League- […] (02)
Borussia Mönchengladbach - 1. FC Heidenheim
Mönchengladbach (dpa) - Mit Pfiffen wurden die Profis von Borussia Mönchengladbach […] (01)
Hamburger SV - FC Augsburg
Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV und der FC Augsburg haben einen entscheidenden […] (01)
Ricarda Lang (Archiv)
Berlin - Die ehemalige Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Ricarda Lang, […] (01)
Primetime-Check: Karfreitag, 03. April 2026
Gleich vier private Spielfilme, Der Alte und ganz nebenbei das Finale von The Voice Kids. Das […] (00)
Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg
Leverkusen (dpa) - Bayer Leverkusen hat mit einem Comeback in einer wilden und […] (01)
iPhone 18 Pro offenbar ohne schwarze Farbvariante
Einem aktuellen Gerücht zufolge wird Apple bei den kommenden iPhone 18 Pro Modellen […] (00)
State of Decay 3 meldet sich zurück – Alpha-Playtest startet im Mai mit Koop und Basenbau
Wer gedacht hatte, Undead Labs hätte das Projekt still und leise beerdigt, liegt […] (00)
 
 
Suchbegriff