Dax zeigt sich verhalten nach Nvidia-Zahlen und schwachen Wirtschaftssignalen
Dax auf der Stelle
Der Dax hat am Donnerstag nach einer dreitägigen Erholung keine weiteren Impulse erhalten, um den Aufwärtstrend fortzusetzen. Die am Vorabend veröffentlichten Zahlen des Chipgiganten Nvidia konnten in den ersten Reaktionen der Anleger nicht überzeugen und führten nicht zu einem weiteren Anstieg des deutschen Gesamtmarktes. Positiv zu vermerken ist, dass es keine neuen Störfeuer aus dem Iran-Konflikt gab, was zumindest für etwas Beruhigung sorgte.
Nach einem starken Vortag, an dem der Index sich der Marke von 25.000 Punkten näherte, gab der Dax gegen Ende der ersten Handelsstunde um 0,1 Prozent auf 24.711 Punkte nach. Auch der MDax, der die mittelgroßen deutschen Werte abbildet, blieb mit 31.847 Punkten nahezu unverändert. Der EuroStoxx, als Leitindex der Eurozone, zeigte sich ebenfalls moderat im Minus.
Wirtschaftliche Unsicherheiten
Die verhaltene Kursentwicklung steht in engem Zusammenhang mit schwachen Wirtschaftssignalen, die durch die Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich und Deutschland vermittelt werden. Besonders besorgniserregend ist, dass der Stimmungsindikator der deutschen Industrie im Mai unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gefallen ist. Ralf Umlauf von der Helaba kommentierte, dass die Sorgen über die Belastungen durch den Nahost-Konflikt weiterhin präsent sind und die Marktteilnehmer verunsichern.
Trotz der positiven Analystenbewertungen für Nvidia, die von Jefferies-Analysten als durchweg überzeugend eingestuft wurden, waren die Erwartungen am Markt offenbar noch höher. Dies führte dazu, dass die Aktien des Unternehmens im außerbörslichen Handel nachgaben, nachdem sie seit Ende März um über ein Drittel gestiegen waren.
Infineon und RWE im Blick der Anleger
Im Kontrast zu Nvidia zeigt sich der deutsche Chipkonzern Infineon stabil, dessen Aktien auf dem höchsten Niveau seit dem Jahr 2000 notieren. Hier wurden am Donnerstag nochmals 1,3 Prozent höhere Kurse gehandelt. Auch die Resultate des Wettbewerbers Analog Devices haben den positiven Trend nicht gebremst, was auf eine starke Marktposition hinweist.
Anders sieht es bei RWE aus, wo die Aktien um ein Prozent nachgaben. Analyst Harry Wyburd von Exane BNP hat seine Bewertung für den Energiekonzern auf "Neutral" herabgestuft, was auf eine erwartete Verschnaufpause hinweist. Nach einem starken Anstieg, bei dem die Titel sich seit Ende 2024 mehr als verdoppelt hatten, scheinen die Anleger vorsichtiger zu werden.
Dividendenzahlungen drücken auf die Kurse
Der Chemiekonzern Evonik musste ebenfalls einen Rückgang von einem halben Prozent hinnehmen. Analyst Anil Shenoy von Barclays argumentierte, dass die Bewertung nach der Erholung seit März nun als fair einzustufen sei. Evonik hatte zuletzt als Profiteur der geopolitischen Verwerfungen gegolten, doch diese Entwicklungen sind mittlerweile im Kurs eingepreist.
Am Donnerstag müssen viele Unternehmen ihre Kurse um bevorstehende Dividendenzahlungen bereinigen. So wurden beispielsweise die Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag, der Commerzbank und des Infrastruktur-Dienstleisters Bilfinger ex Dividende gehandelt. Solche Anpassungen können kurzfristig zu zusätzlichen Turbulenzen auf dem Markt führen und die Kursentwicklung beeinflussen.

