Dax stabilisiert sich – Positive Überraschungen und herbe Rückschläge prägen den Handel
Nach einer späten Aufholjagd zur Wochenmitte scheint sich der Dax am Donnerstag zu stabilisieren. Bis zum Mittag reduzierte der deutsche Leitindex sein Minus auf 0,13 Prozent bei 24.019 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verzeichnete hingegen einen Rückgang von 0,62 Prozent auf 29.192 Punkte. Auch der EuroStoxx 50 zeigte sich mit ähnlichen Verlusten. Die Marktentwicklung bleibt stark von der laufenden Quartalsberichtssaison geprägt, ohne dass diese jedoch klare Impulse für den Gesamtmarkt setzt. Analyst Martin Utschneider von Robomarkets konstatiert, dass der Dax derzeit in einem Seitwärtstrend verharre, wobei kurzfristig Risiken dominieren.
Zalando sorgte mit einem fulminanten Kursanstieg von 8,7 Prozent für Aufsehen und führte die Gewinnerliste im Dax an. Analysten bewerteten den Quartalsbericht des Online-Händlers insgesamt als erwartet, während Jefferies-Experte Frederick Wild eine eindrucksvolle Wiederbelebung von Bruttowarenwert und Umsatz hervorhob. Der enttäuschende Gewinn je Aktie wurde auf Restrukturierungs- und Akquisitionskosten zurückgeführt. Auch die DHL Group überraschte mit einem Kursplus von 6,7 Prozent. Die vorsichtigen Erwartungen an den Quartalsbericht wurden übertroffen, da der Logistikkonzern effektive Kostenkontrollmaßnahmen in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld demonstrierte.
Rheinmetall konnte mit einem Kursgewinn von 3,3 Prozent punkten. Die Analystin Chloe Lemarie von Jefferies lobte den stabilen Zwischenbericht und den bestätigten Ausblick des Konzerns. Befürchtungen hinsichtlich einer möglichen Senkung der Prognose lösten sich somit in Wohlgefallen auf, was die jüngste Kursschwäche relativierte.
Im MDax feierte Rational ein eindrucksvolles Comeback mit einem Plus von 7,4 Prozent, basierend auf einem über den Erwartungen liegenden operativen Ergebnis und Nettogewinn. Freenet zeichnete sich ebenfalls durch eine Kurssteigerung von 2,2 Prozent aus, nachdem der Mobilfunk- und TV-Anbieter besser als befürchtet abschnitt. Im SDax führte Suss mit einem außergewöhnlichen Kurssprung von fast 19 Prozent die Gewinnerliste an, nachdem optimistische Erwartungen für das vierte Quartal kommuniziert wurden. Der Kursrutsch der vergangenen Tage resultierte jedoch aus einem „wenig dynamischen Auftragseingang“ im dritten Quartal.
Andererseits trafen die am Jahresbeginn gut gelaufenen Aktien des Dax-Schlusslichts Heidelberg Materials mit einem Rückgang von 3,6 Prozent auf Gewinnmitnahmen. RBC-Analyst Anthony Codling lobte ein solides Quartal, stellte jedoch fest, dass sich der Konkurrent Holcim in Schwellenländern besser geschlagen habe. Ein weiterer Verlierer war die Deutsche Börse, deren Aktien um 3,8 Prozent fielen, bedingt durch ein formal eingeleitetes Kartellverfahren der EU-Kommission gegen den Konzern zusammen mit Nasdaq. Auch die Commerzbank-Aktien verloren 2,3 Prozent, nachdem die Frankfurter Bank wegen erhöhter Steuerlast einen um 10 Prozent unter den Konsenserwartungen liegenden Nettogewinn meldete, so Analyst Chris Hallam von Goldman Sachs. Im MDax stach Lanxess als Schlusslicht mit einem Verlust von 13,6 Prozent hervor, während Hamborner Reit nach enttäuschenden Zahlen mit einem Minus von 4,7 Prozent der größte Verlierer im SDax war.

