Dax im Höhenflug: Optimismus trotz globaler Handelskonflikte
Nach der Feiertagspause startet der Dax fulminant in den Mai und überschreitet am frühen Freitagnachmittag mit einem Zuwachs von 2,42 Prozent die beeindruckende Marke von 23.000 Punkten. Das Zusammenspiel aus hoffnungsvollen Signalen aus dem Zollstreit zwischen den USA und China und starken Vorgaben von den Übersee-Börsen beflügelten den deutschen Leitindex, der sich nun auf einem guten Weg zum achten Gewinntag in Folge sowie einem wöchentlichen Plus von 3,3 Prozent befindet.
Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets merkt an, dass die Anleger auf erfolgreiche erste 100 Tage der neuen deutschen Bundesregierung hoffen, im Gegensatz zu den ersten 100 Tagen unter US-Präsident Donald Trump. Die zuvor eingeleitete Erholungsphase im Dax, die auf dem jüngsten amerikanisch initiierten globalen Zollkonflikt fußte, fand bereits im April ihren Ausdruck in einem Plus von 1,5 Prozent.
Neben dem Dax konnte auch der MDax der mittelgroßen Unternehmen zulegen; er kletterte um 1,72 Prozent auf 29.232,14 Punkte, während der EuroStoxx 50 um 2,1 Prozent stieg. An der technologielastigen Nasdaq in den USA gab es ebenso einen kräftigen Zuwachs und auch die asiatischen Märkte zeigten positive Tendenzen, nachdem aus China Signale für Verhandlungsbereitschaft im Zollstreit gekommen waren.
Die aktuelle US-Arbeitsmarktentwicklung überraschte positiv, obwohl die Beschäftigungszahlen der beiden vorangegangenen Monate revidiert wurden. Der moderate Lohnanstieg und die stabile Arbeitslosenquote dürften der Fed keinen Anlass geben, die Zinsen schnell zu senken, so die Einschätzung der Landesbank Helaba.
Im Fokus des deutschen Aktienmarktes standen ebenso die Berichte von Airbus und BASF. Ersterer konnte trotz Rückgängen bei den Jet-Auslieferungen positiv überraschen und erzielte mit einem Plus von 5,1 Prozent einen der stärksten Zuwächse im Dax. Analystin Milene Kerner von Barclays wertet dies als beruhigendes Zeichen, obwohl der Handelskonflikt droht, bestehende Bauteilengpässe zu verschärfen.
Bei Siemens Energy verbuchten die Papiere ein bemerkenswertes Plus von 6,3 Prozent, beflügelt durch angekündigte Milliarden-Investitionen von Meta in KI-Rechenzentren. Auch Bayer erzielte einen starken Anstieg von mehr als 6 Prozent. Auf der anderen Seite musste BASF mit einem Rückgang von 1 Prozent Verluste hinnehmen, da die Ergebnisse zum Jahresauftakt enttäuschten und Unsicherheiten durch die US-Zollpolitik heraufbeschworen wurden.

