DAX bleibt schwach: Erholung in weiter Ferne
Die anfängliche Erholung an der Börse zu Wochenbeginn konnte der deutsche Aktienmarkt am Dienstag nicht fortsetzen. Der DAX verzeichnete einen Rückgang von 0,2 Prozent und schloss bei 23.183 Punkten. Der Index scheiterte damit erneut an dem Versuch, die 200-Tage-Linie zu knacken, was ihn technisch angeschlagen erscheinen lässt. Diese wichtige Marke gilt unter Investoren als bedeutender Indikator für den langfristigen Trend.
Auch der MDAX, der mittelgroße deutsche Werte umfasst, verzeichnete einen Rückgang von 0,2 Prozent und schloss bei 28.571 Punkten. Der EuroStoxx 50, der Index der Eurozone, verzeichnete ebenfalls einen Rückgang von 0,2 Prozent. Analyst Thomas Altmann von QC Partners merkte an, dass es nach wie vor an den Anschlusskäufern fehlt, die für eine nachhaltige Erholung notwendig wären. Besonders im November, der historisch betrachtet häufig mit einer Jahresendrallye glänzt, zeigt sich der DAX dieses Jahr bislang von seiner schwachen Seite.
Im Anlegerfokus standen weiterhin die Rüstungsaktien, insbesondere im Lichte der jüngsten Gespräche über einen möglichen Friedensplan für die Ukraine. Rheinmetall führte die DAX-Gewinnerliste mit einem Plus von 2,2 Prozent an. Auch Hensoldt und Renk versuchten, mit Anstiegen von 0,7 bzw. 4,0 Prozent, Stabilität zurückzugewinnen.
Zu den Gewinnern des Tages zählten auch Aktien aus dem Bau- und Baustoffsektor, die von Hoffnungen auf einen Wiederaufbau in der Ukraine profitierten. Im DAX stiegen die Papiere von Heidelberg Materials um 1,4 Prozent, während Hochtief im MDAX um 1,0 Prozent zulegte. Ein Grund zur Zuversicht bot auch das Bauhauptgewerbe, das im September den höchsten Auftragseingang seit März 2022 verzeichnete.
Dagegen bildeten die Bayer-Aktien das Schlusslicht im DAX mit einem Minus von 1,9 Prozent, nachdem sie am Vortag um fast 11 Prozent gestiegen waren. Der Kurs von Thyssenkrupp Nucera brach um 7,3 Prozent ein und droht damit, seinem Tiefstand von April wieder gefährlich nahe zu kommen. Der Grund dafür sind enttäuschende Geschäftszahlen und ein unerwartet trister Umsatzausblick für das neue Geschäftsjahr, wie Citigroup-Analyst Martin Wilkie bemerkte.

