Dänemark übernimmt Zepter: EU-Ratspräsidentschaft wechselt zum Norden
Im europäischen Taktstockwechsel übernimmt Dänemark ab diesem Dienstag den EU-Ratsvorsitz von Polen. Die dänische Regierung wird sich in den kommenden sechs Monaten als Mediator und Gastgeber zahlreicher Ministertreffen präsentieren, während sie die 27 EU-Mitgliedstaaten durch unruhige Gewässer steuert.
Unter dem Leitspruch 'Ein starkes Europa in einer sich verändernden Welt' setzt die dänische Präsidentschaft den Schwerpunkt auf sicherheitspolitische Kooperation gegen Russland und die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU. Gleichzeitig stehen Initiativen zur Kontrolle unerwünschter Migration und zur Förderung des Klimaschutzes auf der Agenda.
Große Herausforderungen sind vorauszusehen, darunter das festgefahrene Thema der ungarischen Blockade von EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und die zermürbenden Debatten über den europäischen Zusammenhalt angesichts der Zollstreitigkeiten mit den USA. Ein weiteres Konfliktpotenzial bietet das Thema Finanzen. Diskrepanzen zwischen Mitgliedstaaten – insbesondere Deutschlands Widerstand als Nettozahler gegen höhere Budgetvorgaben – versprechen hitzige Diskussionen über die langfristigen EU-Haushaltsplanungen für 2028 bis 2034.
Zum Auftakt der dänischen Präsidentschaft wird am Donnerstag in Aarhus, der zauberhaften zweitgrößten Stadt Dänemarks, eine Feierlichkeit abgehalten. Als Ehrengäste sind EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa geladen.

