Chipindustrie in der Korrektur: Infineon und Texas Instruments unter Druck
Die Papiere des deutschen Chip-Herstellers Infineon haben sich am Mittwoch im positiven Marktumfeld weiterhin schwach gezeigt und ihre Verluste ausgeweitet. Über zwei Tage hinweg sank der Kurs des Unternehmens um mehr als sechs Prozent und näherte sich der 50-Tage-Linie bei 36,11 Euro. Noch am Montag hatten die Aktien eine neue Offensive auf das Februar-Jahreshoch von 39,43 Euro angedeutet. Im Vergleich dazu standen die Aktien von STMicro besser da, verloren jedoch ebenfalls rund drei Prozent zur Wochenmitte.
Die vorsichtigere Prognose von NXP Semiconductors hatte die Branche bereits zuvor belastet, doch nun schürten Signale von Texas Instruments und ASM International zusätzliche Skepsis. Die Aktien von ASM International erlebten an der Euronext einen vorübergehenden zweistelligen Einbruch und fielen auf das Niveau von Mai zurück, während Texas Instruments im vorbörslichen US-Handel um mehr als elf Prozent nachgaben.
Harlan Sur, Experte von JPMorgan, anerkennt zwar die soliden Ergebnisse des Juni-Quartals, zeigt sich aber hinsichtlich des Ausblicks zurückhaltend. Er verweist auf Herausforderungen durch Handelszölle und ein stagnierendes Geschäft mit Chips für die Automobilindustrie. Sur prognostiziert, dass die Nachfrage für Texas Instruments schwächer als saisonal üblich ausfallen könnte.

