Chinas Zentralbank setzt auf umfassende Liquiditätsunterstützung
Die chinesische Zentralbank hat eine fast rekordverdächtige Menge an kurzfristigen Mitteln in ihr Finanzsystem eingebracht, um den drohenden Liquiditätsengpass vor den Neujahrsferien abzufedern. Insgesamt wurden 958,4 Milliarden Yuan (entspricht etwa 131 Milliarden US-Dollar) durch siebentägige Reverse-Repurchase-Agreements in täglichen Offenmarktgeschäften eingespeist – die zweitgrößte Summe seit der Aufzeichnung im Jahr 2004.
Diese Maßnahme soll die Auswirkungen des Auslaufens mittel- bis langfristiger Kredite, der Spitzensteuerzeit und der gestiegenen Bargeldnachfrage vor den Neujahrsferien mildern und die Liquidität im Bankensystem gewährleisten. Die umfangreiche Liquiditätsunterstützung dürfte eine Erleichterung für chinesische Banken darstellen, die sich Anfang der Woche angesichts steigender einwöchiger Interbankenfinanzierungssätze mit einem Liquiditätsengpass konfrontiert sahen.
Lynn Song, Chefökonomin für Großchina bei der ING Bank, bewertete diese Schritte als Signal dafür, dass die PBOC auch 2025 verstärkt auf Offenmarktoperationen setzen werde. Diese Maßnahmen bieten eine Alternative zu großen Veränderungen beim Leitzins oder den Mindestreserveanforderungen und sollen die Liquiditätslandschaft zwischen den monatlichen Expirationen der mittel- bis langfristigen Finanzierungen (MLF) und den nachfolgenden Geschäften stabilisieren.
Der stellvertretende Gouverneur der PBOC, Xuan Changneng, hob hervor, dass das Ziel bleibt, die Liquidität mittels Zinssätzen und der Mindestreserveanforderung ausreichend zu halten. Die Sieben-Tage-Repo-Rate, ein Benchmark-Kostensatz für Interbankenfinanzierungen, fiel um 70 Basispunkte auf 1,6%, während sie am Vortag mit 2,3% noch den höchsten Stand seit Oktober 2023 aufwies.

