Charles Hoskinson kritisiert CLARITY Act als „schreckliches“ Gesetz

Charles Hoskinson, der Gründer von Cardano, hat den CLARITY Act, ein zentrales Gesetz zur Strukturierung des US-amerikanischen Kryptomarktes, scharf kritisiert. Er bezeichnete es als „schreckliches Müllgesetz“, das nahezu alle digitalen Vermögenswerte standardmäßig als Wertpapiere einstufen würde. Dies würde der Securities and Exchange Commission (SEC) die Macht geben, die Branche über Jahre hinweg zu unterdrücken.
Seine Äußerungen vertiefen die wachsende Kluft unter Krypto-Führungskräften, während Gesetzgeber versuchen, die Regeln vor den Zwischenwahlen zu finalisieren.
Analyse der Mechanismen des Gesetzes
In einer YouTube-Sendung am 3. März präsentierte Hoskinson eine detaillierte, technische Kritik an H.R. 3633, dem Digital Asset Market Clarity Act von 2025. Er argumentierte, dass das Gesetz, wie es derzeit formuliert ist, ein regulatorisches Dilemma schafft, das für eine feindliche SEC ein „Traum“ wäre. Der Kern seiner Argumentation liegt im „Sicherheit-als-Standard“-Rahmenwerk für neu geschaffene digitale Vermögenswerte.
Hoskinson erklärte, dass unter dieser Struktur jedes neue Projekt, von XRP und Ethereum bei deren Einführung bis hin zu jedem zukünftigen Protokoll, als „Investment Contract Asset“ klassifiziert und der SEC unterstellt würde.
Der Weg zur Einstufung als „digitaler Rohstoff“, der von der CFTC reguliert wird, sei ein bürokratisches Minenfeld. Er beschrieb mehrere „Angriffsvektoren“, bei denen die SEC ihre Regelsetzungskompetenz nutzen könnte, um Projekte auf unbestimmte Zeit im Status eines Wertpapiers zu halten, darunter schwer nachweisbare Standards für Dezentralisierung und subjektive „Wertzuschreibungs“-Tests.
“This is not a good bill,” Hoskinson said. “Through rulemaking, it can become horrific and weaponized and it doesn’t cover the core of what’s going on in the industry right now.”
Er betonte, dass während etablierte Projekte wie Cardano und XRP möglicherweise „Bestandsschutz“ genießen könnten, das Gesetz alle zukünftigen amerikanischen Krypto-Innovationen ins Ausland zwingen würde, was die heimische Industrie effektiv zerstören würde.
Eine Industrie und Washington in einer Sackgasse
Obwohl der CLARITY Act 2025 das Repräsentantenhaus passiert hat, stockt er im Senat. Das Weiße Haus hatte eine Frist bis zum 1. März gesetzt, damit die Beteiligten ihre Differenzen überbrücken, aber das Datum verstrich ohne öffentlich bekanntgegebene Kompromisse.
Das Hauptproblem, wie Hoskinson anmerkte, sind nicht die von ihm angesprochenen strukturellen Probleme, sondern ein heftiger Lobbykampf über Stablecoin-Belohnungen, die die Bankenbranche als Risiko für massive Einlagenabflüsse warnt.
Die Spaltung hat die Kryptoindustrie gespalten, wobei Ripple-CEO Brad Garlinghouse eine 90%ige Chance sieht, dass das Gesetz bis April verabschiedet wird, und argumentiert, dass „Klarheit Chaos schlägt“ und die Branche „Perfektion nicht zum Feind des Fortschritts machen“ dürfe.
Auch Ripple-CTO David Schwartz äußerte sich zur Debatte und erklärte, dass ein suboptimales Gesetz besser sei als gar kein Gesetz.
Der Cardano-Gründer widersprach jedoch dieser Ansicht und behauptete, dass ein schlechtes Gesetz alles, was der ehemalige SEC-Vorsitzende Gary Gensler der Branche antun wollte, gesetzlich festschreiben würde.

