Bundestag erobert Tiktok: Zwischen digitaler Präsenz und Sicherheitsbedenken
In einem strategischen Schritt zur Ausweitung seiner digitalen Sichtbarkeit plant der Deutsche Bundestag nun auch, auf der Social-Media-Plattform Tiktok aktiver zu werden. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner verdeutlichte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass es an der Zeit sei, dieses Medium zu nutzen, um die parlamentarische Arbeit und das deutsche Parlament darzustellen. Trotz der Herausforderungen, die Tiktok mit sich bringt, sei die Plattform bei jungen Menschen äußerst beliebt und biete eine entscheidende Möglichkeit zur Information.
Trotz der kontroversen Natur der Plattform, die für kurze, überwiegend unterhaltsame Videos bekannt ist, begleitet von gelegentlichen Falschinformationen, sieht Klöckner die Notwendigkeit, insbesondere angesichts der dort verbreiteten extremen Meinungen, demokratische Werte zu vermitteln.
Bereits auf einer Vielzahl von Plattformen wie Instagram, Youtube, Whatsapp, X, Mastodon, Bluesky und Linkedin aktiv, strebt der Bundestag danach, den Bürgerinnen und Bürgern vertrauenswürdige Informationsquellen über das politische Geschehen zu bieten. Jedoch sind die Sicherheitsbedenken hinsichtlich Tiktok aufgrund von Datenschutzvorwürfen nicht unerheblich. Die Plattform wird von Bytedance betrieben, einem Unternehmen mit Sitz in China, was Bedenken über den möglichen Missbrauch von Nutzerdaten durch chinesische Behörden weckt.
Dennoch ist Tiktok für die Politik verlockend: Im vergangenen Jahr nutzten in Deutschland monatlich rund 21 Millionen Menschen die Plattform. Die Bundesregierung hat diesen Bedarf ebenfalls erkannt und ist seit April letzten Jahres unter @TeamBundeskanzler auf Tiktok aktiv. Bundeskanzler Friedrich Merz nutzt die Plattform, um auf ernsthafte und humorvolle Fragen per Video zu antworten.
Unterstützung für Klöckners Social-Media-Initiativen kommt auch von Wolfgang Kubicki, dem ehemaligen Vizepräsidenten des Bundestages, der die Sichtbarkeit und PR-Arbeit der Bundestagspräsidentin als gewinnbringend für das Verständnis und die Akzeptanz parlamentarischer Arbeit lobt.

