Bundestag erlöst Gaskunden von milliardenschwerer Umlage: Neue Entlastung ab 2024
Der Bundestag hat beschlossen, die Gaskunden in Deutschland von der Kostenlast der Gasspeicherumlage zu befreien. Diese Entscheidung bringt ab dem kommenden Jahr den Bundeshaushalt ins Spiel, der die finanzielle Bürde von derzeit etwa 3,4 Milliarden Euro jährlich übernimmt.
Diese Maßnahme bedeutet für einen typischen Vierpersonenhaushalt eine Entlastung von jährlich rund 30 bis 60 Euro, abhängig vom tatsächlichen Verbrauch. Die Reform fand Unterstützung durch die Stimmen der Koalitionspartner Union und SPD, während Grüne und AfD dagegen stimmten und die Linke sich der Stimme enthielt.
Besonders die Grünen kritisierten die Entscheidung mit dem Argument, dass die Gelder besser in echte Klimaschutzmaßnahmen wie Wärmepumpen oder Gebäudedämmung investiert werden sollten. Die Linke betonte, dass alternative Zukunftsinvestitionen wie die Senkung der Stromsteuer oder die Einführung eines Klimageldes relevanter seien.
Das bisher durch die Umlage erhobene Geld diente der Finanzierung der Gasspeicherbefüllung und stellte etwa 2,4 Prozent des Gaspreises für Privatkunden und 5 Prozent für industrielle Großkunden dar. Jetzt sollen die Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) bereitgestellt werden.
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) kündigte an, dass kommunale Versorger die Entlastung direkt an die Kunden weitergeben werden. Allerdings weist der VKU darauf hin, dass der Gaspreis aus mehreren schwankenden Komponenten besteht, weshalb die generelle Endrasensenkung nicht garantiert sei.

