Bundeskanzler Merz besucht die Marine: Ein Richtungswechsel?
Bundeskanzler Friedrich Merz absolvierte seinen Antrittsbesuch bei der Marine mit einem spektakulären Hubschrauberflug auf die Fregatte "Bayern". Während der Vorführung im Seegebiet vor Warnemünde bekam er einen Eindruck von effektiven Abwehrübungen gegen Luftangriffe und der U-Boot-Aufspürung.
Merz lobte die Bundeswehr für ihren wichtigen Auftrag in der Ost- und Nordsee, besonders angesichts der angespannten Lage seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022. Das Geschehen in Kiew sorgt weiterhin für Unruhe, da bei einem Angriff der russischen Armee nun auch die europäische Vertretung beschädigt wurde, was die Bedrohungslage akut unterstreicht.
Merz, begleitet von Marineinspekteur Jan Christian Kaack, versicherte die fortwährende Entschlossenheit, die Freiheit und territoriale Integrität im Bündnisgebiet zu verteidigen. Vor dem Abflug zur Fregatte besuchte Merz das neue nationale Hauptquartier "Commander Task Force Baltic" in Rostock, das für die Planung und Führung maritimer Operationen zuständig ist.
Mit einem deutlichen Bekenntnis zur Unterstützung der Truppen betonte Merz die Notwendigkeit von Investitionen in die Ausrüstung der Bundeswehr, jedoch nicht ohne den menschlichen Faktor als entscheidend herauszustellen. "Menschen verteidigen unser Land", so der Kanzler.
Ein Mittagessen an Bord mit Erbsensuppe und Bockwurst bot die Gelegenheit zum Austausch mit den Soldaten. Die Bedeutung Rostocks als Marine-Standort wächst, mit rund 1.800 Soldaten und einer langen Tradition.
Doch trotz der wichtigen Rolle der Marine, die neben der Luftwaffe und dem Heer die kleinste Teilstreitkraft der Bundeswehr bildet, kamen kritische Stimmen auf. Torsten Koplin von den Linken kritisierte Merz' Schwerpunktsetzung auf militärisch geprägte Orte beim Antrittsbesuch und forderte, den Fokus mehr auf zukunftsweisende Themen wie Bildung, Kultur und erneuerbare Energien zu legen.

