Bund-Länder-Dialog zum Deutschlandticket: Knackpunkt Finanzierung
Die Gespräche zwischen Bund und Ländern zur Zukunft des Deutschlandtickets gehen in die nächste Runde. Bei der Sonderverkehrsministerkonferenz in München wird Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder nicht anwesend sein; seine Teilnahme wird durch einen anderen wichtigen Termin in Berlin verhindert. Doch hat dies die Länder nicht davon abgehalten, einen neuen Finanzierungsansatz für das Ticket zu skizzieren.
Ein zentrales Thema der Verhandlungen ist und bleibt die milliardenschwere Finanzierungslücke. Erwartete Mehrkosten für die Verkehrsunternehmen wälzen sich wie ein Damoklesschwert über die Gespräche. Die bereitgestellten 3 Milliarden Euro aus den Kassen von Bund und Ländern reichen nach Ansicht von Branchenverbänden wie dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und dem Städtetag bei weitem nicht aus.
Spannung entsteht auch durch das Thema potenzieller Preissteigerungen. Während einige Länder nachdrücklich darauf drängen, dass der Bund die Mehrkosten allein trägt, weist dieser auf die angespannte Haushaltslage hin. Bereits jetzt steht die Debatte um einen ab 2026 geplanten Preissteigerungsmechanismus im Raum, der moderate jährliche Erhöhungen ermöglichen könnte. Sollten sich Bund und Länder nicht auf eine faire Lösung einigen, sind weitere Preisanpassungen unvermeidlich. Aktuell liegt der Preis bei 58 Euro, was eine Steigerung zum Einführungspreis von 49 Euro darstellt.
Auch wenn das Bundeskabinett im August einen Vorschlag zur Mitfinanzierung durch den Bund verabschiedet hat, bleiben Fragen zur zukünftigen Kostendeckung. Der gegenwärtige Koalitionsvertrag sieht eine stabile Preispolitik vor, wobei ab 2029 die nutzerbasierte Finanzierung erhöht werden soll. Die Finanzierung teilt sich derzeit paritätisch zwischen Fahrgeldeinnahmen und den Zuschüssen durch Bund und Länder auf.

