Bud Cort verstorben

Mit Bud Cort verliert das US-Kino einen prägenden Charakterdarsteller des New-Hollywood-Kinos, der mit «Harold and Maude» Filmgeschichte schrieb.
Der US-Schauspieler Bud Cort ist tot. Der Darsteller, der 1971 als Harold in Hal Ashbys Kultfilm «Harold and Maude» weltweite Bekanntheit erlangte, starb am Mittwoch in Connecticut nach langer Krankheit. Er wurde 77 Jahre alt. Sein langjähriger Freund Dorian Hannaway bestätigte den Tod.
Cort verkörperte in «Harold and Maude» einen 20-jährigen jungen Mann, der vom Gedanken an den Tod besessen ist und schließlich in der lebensbejahenden 79-jährigen Maude – gespielt von Ruth Gordon – eine unerwartete Mentorin und Geliebte findet. Der Film startete zunächst verhalten an den Kinokassen, entwickelte sich jedoch über die Jahrzehnte zu einem der langlebigsten Kultklassiker des amerikanischen Kinos. Cort erhielt für seine Darstellung eine BAFTA-Nominierung als vielversprechendster Nachwuchsdarsteller sowie eine Golden-Globe-Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einer Musical- oder Komödienrolle.
Geboren wurde Bud Cort als Walter Edward Cox in Rye, New York. Um Verwechslungen mit dem Schauspieler Wally Cox zu vermeiden, legte er sich früh seinen Künstlernamen zu. Schon als Jugendlicher interessierte er sich für Theater und Broadway-Produktionen. Nach seinem Umzug nach Los Angeles begann seine Filmkarriere unter der Regie von Robert Altman. Nach einem kleinen Part in «MASH» besetzte Altman ihn in der Hauptrolle von «Brewster McCloud», einer skurrilen Geschichte über einen jungen Mann mit dem Traum vom Fliegen.
1979 überlebte Cort nur knapp einen schweren Autounfall, der zahlreiche Operationen nach sich zog und seine Karriere nachhaltig beeinträchtigte. Trotz gesundheitlicher Rückschläge blieb er über Jahrzehnte hinweg ein geschätzter Charakterdarsteller mit unverwechselbarer Leinwandpräsenz.
Bud Cort hinterlässt mehrere Geschwister, Nichten und Neffen. Eine Gedenkfeier soll zu einem späteren Zeitpunkt in Los Angeles stattfinden. Mit ihm verliert das Kino eine eigenwillige, poetische Stimme des New-Hollywood-Kinos, deren Werk bis heute Generationen von Filmfans berührt.

