KWS Saat: Gedämpfte Erwartung, dennoch Aktienplus

Der Saatguthersteller KWS Saat sieht sich aufgrund eines schwachen Agrarmarktumfeldes mit geringeren Wachstumsaussichten konfrontiert. Speziell die niedrigen Preise für Agrarrohstoffe schaffen Unsicherheit bei den Kunden und führen zu einer unerwartet starken Reduzierung der globalen Anbaufläche für Zuckerrüben. Aus diesem Grund rechnet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025/26 auf vergleichbarer Basis mit einem Umsatz, der lediglich das Niveau des Vorjahres erreicht. Ursprünglich war ein Anstieg von etwa drei Prozent prognostiziert worden.
Überraschend bleibt, dass die gesenkte Umsatzprognose die Anleger nicht verunsicherte. Trotz der Herabsetzung der Prognosen verzeichnete die im SDax gelistete KWS-Aktie im frühen Handel am Donnerstag einen Zuwachs von 0,7 Prozent auf 69,20 Euro. Dies folgte jedoch auf einen fast sechsprozentigen Kurseinbruch am Vortag, der die bisherigen Jahresgewinne zunichte machte. Dank der jüngsten Kursanstiege konnte die Aktie über der 100-Tage-Linie gehalten werden, einem wichtigen charttechnischen Indikator.
Analyst Volker Bosse von der Baader Bank hatte bereits zuvor ein geringeres Wachstum vorhergesagt und seine Erwartungen an das operative Ergebnis reduziert. Das erste Halbjahr blieb dennoch hinter seinen Erwartungen zurück. In der ersten Jahreshälfte verzeichnete KWS Saat einen Umsatzrückgang von 1,4 Prozent auf 411,3 Millionen Euro, obwohl ohne Währungs- und Portfolioeffekte ein Anstieg von 0,8 Prozent zu verzeichnen war. Wesentlich hierzu trug das starke Rapsgeschäft im Segment Getreide sowie ein Umsatzanstieg in der Gemüsesparte bei. Dagegen verlief das Geschäft mit Zuckerrüben und Mais saisonbedingt schwach.
Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) minderte sich um etwa 25 Prozent auf 49 Millionen Euro, begünstigt durch einen positiven Sondereffekt von 30 Millionen Euro aus dem Verkauf des nordamerikanischen Maisgeschäfts. Unterm Strich konnte der Verlust um 45 Prozent auf 63,8 Millionen Euro reduziert werden. Finanzchef Jörn Andreas betonte die klare Ausrichtung auf Profitabilität, die durch jüngst eingeführte Kostensenkungsmaßnahmen unterstützt wird. Das Unternehmen rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einer Ebitda-Marge von 19 bis 21 Prozent des Umsatzes, wobei der Sondergewinn aus dem Verkauf von Lizenzrechten unberücksichtigt bleibt.

