Kochbox-Pionier Hellofresh in schwerer See: Ausweiten der Sparpolitik und Rückzugsschritte

Hellofresh, ein prominenter Anbieter von Kochbox-Lösungen, befindet sich weiterhin im Umbruch, nachdem der Umsatz im Jahr 2025 Rückschläge erlitten hat. Das Unternehmen sieht sich mit Herausforderungen bei Lieferungen und Profiten konfrontiert, die auf extreme Wetterbedingungen in wichtigen europäischen und US-amerikanischen Märkten im Januar zurückzuführen sind. Vor diesem Hintergrund setzt das Unternehmen fortan verstärkt auf Einsparungen. Ein Rückzug aus den Märkten Italien und Spanien steht ebenfalls bevor, da dort keine vielversprechenden Perspektiven erkannt wurden.
Der Aktienmarkt reagierte negativ auf diese Entwicklungen. Die Hellofresh-Aktie verzeichnete einen Rückgang von über neun Prozent im SDax und notiert derzeit bei 4,97 Euro, was einem Verlust von fast einem Fünftel seit Jahresbeginn entspricht. Die Aktie nähert sich einem historischen Tiefstand, nachdem sie während der Corona-Pandemie noch beachtliche Höhen erreichte.
JPMorgan-Analyst Marcus Diebel beschreibt den Umsatzrückgang als gravierender als erwartet, auch wenn das Sparprogramm Fortschritte verzeichnet. Eine Stabilisierung der Umsätze scheint jedoch dringend erforderlich. Andrew Ross von der Barclays Bank merkt an, dass das operative Ergebnis (Ebitda) den Vorhersagen entspreche, aber der Umsatz im vierten Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Für 2026 existieren noch keine konkreten Prognosen, aber Managementaussagen suggerieren, dass die durchschnittlichen Analystenprognosen für das Ebitda wohl zu optimistisch sind.
Im Jahr 2025 verzeichnete Hellofresh einen Umsatzrückgang von 11,8 Prozent, was 6,76 Milliarden Euro entspricht, bei einem währungsbereinigten Rückgang von neun Prozent. Gleichzeitig stieg das bereinigte operative Konzernergebnis (Ebitda) um sechs Prozent auf 423 Millionen Euro, währungsbereinigt ein Zuwachs von rund 14 Prozent. Das Unternehmen kämpft weiterhin mit sinkender Kundennachfrage und einem stärkeren Euro und plant, seine vollständige Jahresprognose am 18. März offenzulegen.

